Band 
Zweyter Band.
Seite
345
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, einem. Manzenthum

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Geschichte der Jesuiten. 2 ^

phe durch die Straßen schleifen. Ein nicht minder schreck«liches und den katholischen Namen ewig schändendes Schau,spiel boten die Priester dar, die, voll brennenden Eifers,mit der heiligen Wegzehrung, von Gerichtsdienern bcglei»tet, in die Wohnungen der Sterbenden drangen; und diefanatische Wuth des Pöbels, der mitlief, war oft sogroß, daß er selbst an den Verstorbenen, die sich des Ge-nusses der Sakramente geweigert hatten, Henkerdiensteverrichtete *).

Noch war dasMaaß dieserGreuelthaten nicht gefüllt.Man mußte gegen diejenigen, welche sich aus Furcht odervielleicht nur zum Scheine bekehrt hatten, um von Drago-nern nicht erschossen oder niedergehauen zu werden, immermißtrauisch seyn. Man forderte, daß sie täglich durchöffentliche Religionshandlungen ein Zeugniß von ihrer Be-kehrung ablegen sollten. Aber wie war es der Regierungwohl möglich, zweyhundert tausend Familien zu zwingen,täglich durch öffentliche Handlungen einer Religion zuhuldigen, die man sie durch so unmenschliche Grausam,feiten zu verabscheuen verleitete? Doch auch dafür wußteder Bigotism' dieser erbarmungswürdigen Zeiten Rath zuschaffen. Man gab den Truppen Verhaltungsbefehle,die Neubekehrten zur Kirche zu treiben. Man entwarf einReglement über die Osterkommunion, und bestellte in denPfarreien gewisse Aufseher, welche darauf ein beobach.tendcs Spionenauge haben mußten, ob die Neubekehrtenfleißig zur Messe und in die Christenlehre gingen, wie siesich dabey verhielten, und ob sie standhaft das ganzeJahrhindurch, und jeden Tag die Religionspflichten ausübten,welche ächten Katholiken obliegen **). Solchergestalt er»schien in einem Lande, welches mit Wucher die Kunstwerkedes Genies bezahlte, und worin die denkendsten Geister

*) Ibicl. I. c. psß- 325.

Ikill. I. c. xax. 353.