Band 
Vierter Bnad.
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Geschichte der Jesuiten. 157

Drittes Kapitel.

Zustand der wissenschaftlichen Kultur in den Ocstrcichischen Staateni» Ende der Regierung der Kaiserin Theresia. Bemühungendes KardinalerrbischLfcs, daS System der Jesuiten in Ansehn;u bringen. Kaiser Joseph arbeitet demselben entgegen. Un-fug der Jesuiten r» Beuchsal. Verketzerung des ProfessorWiehrlS.

Anstalten, welche die Kaiserin Theresia zur Be-förderung der Wissenschaften und zur Verbesserung des öffent-lichen Schulwesens in ihren Staaten traf, machen die Ge-schichte ihrer Regierung iingemcin merkwürdig. Mit einemMuthe, welchem nur ihr großer Verstand zu vergleichen ist,wagte sie es, die Hindernisse aus dem Wege zu räumen, diein allen katholischen Staaten jeder Aufklärung im Wege ste-hen. Sie schwächte nämlich den Einfluß, den der RömischeHof in ihrer Monarchie bisher behauptete. Sie reformirtedas Mönchswesen, verbannte aus allen erblandische» Schu-len die päpstliche Untrüglichkeirslehre, errichtete für theologi-sche Wissenschaften eine eigene Hofcensnr, verwarf einigeStellen im Römischen Brevier, nnd führte ein ganz neuesLehrgebäude des Kirchcnrcchts in der ganzen Monarchie ein*).Sie ließ es aber dabey nicht bewenden. Ihre Regentensorgeerstreckte sich auch auf die bürgerliche Erziehung, die bishervernachlässigt wurde. Sie errichtete Normalschulen, undverwendete ungeheure Summe», ihre menschenfreundlichenAbsichten zu erreichen.

Es war eben so wenig ihre, als die Schuld der großenGelehrten van Swieten, von Stock nnd Martini,daß ihre Erblänoer, aller schönen Anstalten ungeachtet, doch

*) Zur Religionslehre und Kirchengeschichte. Jlchrg- l. Heft I.S. ;r. Heft n. S. -8;.