Band 
Vierter Bnad.
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Geschichte der Jesuiten. iz<)

keine andern Werke, als saftlose Scholiasten, die geschickterwaren, den Geist zu tödte», als zn nähren ^).

Man würde noch weit mehr gewagt haben, wenn Ma-ria Theresia weniger aufmerksam auf Schritte solcherArt gewesen wäre. Man mußte noch immer sehr behutsamgehen, um ihren forschenden Blicke» nicht zn begegnen, undman durfte nicht anders als leise spreche», um Ohren zu scho-nen , denen das Geschrey der Kurialisien unerträglich gewor-den war. Erst als die Kaiserin starb, niid ihr Erb- undThronfolger einzig nur mit den Angelegenheiten der Regie-rung beschäftigt schien, wagte man es, aus einem Hinter-halte, in welchen mau sich bisher aus Noth und Klugheitverborgen hatte, hervorzutreten, und wenigstens mit dem er-sten Schritte zu versuchen, was sich zu Gunsten des jesuiti-schen Systems von der neuen Regierung hoffen oder befürch-ten lasse.

Um weniger Aufsehen zu machen, versetzte man den Ortdes Schauspiels in eine von der Residenz des regierendenMonarchen entfernte Provinz, nach Mähren. Schon imJahre 1777 errichtete die Kaiserin aus verschiedenen, mei-stens vom Fond der aufgehobenen Gesellschaft Jesu hergenom-menen Kapitalien, ein Priesterhaus zu Ollmütz, welchesaber im darauf folgenden Jahre sammt der Universität nachBrünn verlegt wurde. Ueber diese Verlegung war diehohe Geistlichkeit von Ollmütz sehr aufgebracht, noch mehraber darüber, daß die Monarchin die Aufsicht über das Prie-sterhaus dem Abbe' Vlaarer, einem Schweizer, und HerrnKarl übergab, deren erster ein erklärter Janseniste, näm-lich in dem Verstände, daß er die Unigenituöbulledurchaus verwarf, und der letzte ein sehr aufgeklärter Mannwar. Eben so sehr ärgerten sie sich, daß die Oekonomie diesesHauses den geistlichen Händen entrissen, und dem kaiserl. kön.Gubernium anvertraut wurde. Vorzüglich aber war es den

Schlöjcrr StaatSanzeigen. Band H. Heft V- S. ,5 «. f.