Band 
Vierter Bnad.
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141
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" Geschichte der Jesuiten. 141

verfälscht war, zu unterschreiben. Dagegen aber setzten derGraf Vetter und der Dominikaner ihre Unterschriften bey,und überreichten das Protokoll dem Erzbischofe von O ll-m ü tz. Dieser schickte dasselbe sammt einer Klagschrift an dieRegierung, worin man sich insonderheit über das Lanrmeß-lesen des Abbe Vlaarer, dem dieses von den BischöfenVerbote» war, über verdächtige Lehrsätze und Bücher, undüber Ungehorsam u. s. f. beschwerte. Die K. K. Hofkanzlcyin Wien ließ die Beschwerden dnrch eine Gubcrnialkomnns-sion, zu welcher die Bischöfe zwey Männer wählen durften,genau untersuchen. Die Wahl traf den Domherrn aus O l l-rnütz, Grafen von Migazzi, und den StadtdechantSnkup von Brunn. Die Vorsteher des Priesterhanses,denen die Klage zugestellt wurde, mußten sich schriftlichrechtfertigen. Mittlerweile schrien die Jesuiten auf den Kan-zel» über Verfall der Religion, über Ketzer, Arnaldistcn,Luesnellisteu, Jansenisten. Die Gemüther waren in einerunbeschreibliche» Bewegung, und es hatte nur einen Winkgebraucht, um das Volk zur Niederressiung des Priesterhau-ses und zur Steinigung der Vorsteher desselben und derAlumnen in Bewegung zu bringen. Der Kardinalerzbischofvon Wien blies selbst in das Feuer, und ei» Schreiben vonihm an den Bischof von Laib ach entwickelte zum Theilden Plan dieses abscheuwüidigen Schauspiels.

Doch siegte am Ende die Vernunft, und das Entschei-dungsurtheil, das über diese Sache erging, wird ein ewigdenkwürdiges Monument der Regierung Josephs H- blei-ben. Nachdem von der Hofkommission im Jcnner 1781die Untersuchung angefangen, Kläger und Beklagte ange-hört, und an die Hofkanzlcy Bericht erstattet worden;so erfolgte, nachdem der Kaiser eigenhändig seine Ent-schließungen derselben überschrieben hatte *), unterm

*) Man kann den eigenhändigen Aufsatz des Kaisers, welcherwegen der darin enthaltene» Grundsätze sehr merkwürdig ist,im 52. Heft des Schlözerschc» Briefwechsels S. lesen.