Band 
Vierter Bnad.
Seite
142
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142 Sechzehntes Buch.

4. May dieses Jahres nachstehendes Urtheil :

„ Dem Kardinalerzbischofe wird die Kaiser!. Unzufrieden-heit zu erkennen gegeben, daß er, indem er kein Vorsteherder übrigen Bischöfe ist, sich in fremde Sachen eingemischt,und andere Bischöfe wider das Priesterhausinstitut aufge-hetzt hat; indem es allemal unanständig ist, ohne förmlicheUntersuchung Priester, ganze Häuser und Lehrart bey andernanzuschwärzen. Und da dieß sein Betragen von seinenGrundsätzen und der Leitung seiner Diözese und des P>ie-sterhauscs nicht viel Gutes vermuthen laßt; so soll er, be-sonders von dem letzten, über verschiedene ihm vorgelegtePunkte eine znverlaßige Anzeige nach Hofe machen. EinGleiches müssen alle Bischöfe thun, welche Priesterhauserhaben."

„Den Mährischen Bischöfen, welche vermuthlichdurch ihre Theologen dabin sind verleitet worden, ist dieWeisung zu geben, daß sie sich künftig vernünftigereRathe, und solche, welche reinere Grundsätze aufden jetzigen Kais. Königl. Universitäten erlernt haben, wäh-len sollen, sonst würde» Se. Majestät hierin Rath schaffen."

„Der Spiritual Blaarer habe sich zwar verantwor-tet und gerechtfertigt; jedoch weil er gegen seinen Bischof zuwenig Unterwürfigkeit bewiesen, so soll er ihm schriftlich einerespektvolle Entschuldigung machen. Und weil er sonsteben so geschickt als eifrig ist; so wird er in dasWienerpriesterhans als Oberaufseher über-setzt, ob und wie die allerhöchste» Befehle be-obachtet werden."

„Der Dominikaner Czerny, weil er sich nicht ge-scheut, sich zu einem Zeugen eines offenbar falschen, und ihmwohl wissentlich verfälschten Protokolls, gebrauchen zu lassen,wird von der Lehrkanzel auf ewig amovirt."

*) Schlörers Briefwechsel, Lhl. H Hft.OH. S.u. f>