Band 
Vierter Bnad.
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148 Sechzehntes Buch.

Seminar zu Bruchsal gebildeter Zögling, Pros. Wiehrl,hatte die Verwegenheit, zu Baden im Markgrafcnlandeaus der praktischen Philosophie des GöttingischenProfessors Feder wörtlich abgedruckte Salze zu Streikthcsenfür seine Schüler zu machen. Wiehrl halte zur größtenZufriedenheit seines aufgeklärten Landesherr» bisher gelehrt,und Feders praktische Philosophie war in denmeiste» katholischen Orten als Schulbuch eingeführt. Nichtso wohl aus Haß gegen Protestanten, als vielmehr aus Rach-begierde und ans unsinniger Verzweiflung, daß durch solcheLehrbücher ihre Moral verdrängt würde, suchten sie FedersSchriften aus katholischen Schulen zu verweisen. WiehrlsStreitthesen schienen ihnen dazu eine erwünschte Gelegenheitzu geben. Erst wußten sie den Bischof von Spei er, beywelchem sie in großem Anseht, stunde» "), zu bereden, daßWiehrl sich gegen die Subordinazivu vergangen habe, jeneStrcitthcsen, ohne vorher erhaltene Ceusurerlaubniß, in denDruck gegeben zu haben. Als ihnen aber der Markgraf vonBaden über diesen Punkt, so wie über andere, beruhigendeAufklärungen gab, suchten sie die Sache von einer ander»Seite anzugreifen. Sie machten den Pros. Wiehrl, nach-dem es ihnen nicht gelang, ihn wegen Subordinazionsfehlcnzu unterdrücken, zum Ketzer, und riefen die theologischen Fa-kultäten von Heidelberg und Straöburg zu Hülfe

') Die Heftigkeit, mit welcher sich eben dieser Bischof dem Emb>serkongreffe, und bald darauf der neuen geistlichen Konstituziorin Frankreich widersetzte, war offenbar das Werk der Jesui,tcn, so wie seine letzten Hirtenbriefe, welche so absichtlich dahir»weckten, jede Aufklärung und Kultur des Geistes, und jederSchatte» der Preßfreyhcit i» beschränken. Daß sein geheime,Referendar Schmidt ei» Lxjesuite ist, kann als ein llinstanlangesehen werden, welcher zum Theil die Schritte beleuchtetdie dieser Bischof, selbst zur Beftemdung des Deutschen Reichslages, von welchem er ei» Mitglied ist, in Sachen der Llsasscpbeschwerden gegen Frankreich betrete» bat-