Band 
Vierter Bnad.
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Sechzehntes Buch.

Sie selbst müssen glühen, wenn sich Andere an Ihnen erwär-men sollen. Ihr Vvrtrag muß daher lebhaft seyn; aberbloße Einfalt und Unschuld des Herzens sollen das Wort füh-re», wo Beredsamkeit mangelt. Sie müssen lebhafte Be-gierden, Entschlüsse zu erwecken verstehen. Ihre Leute müs-sen sich nach der Stunde sehnen, wo Sie das alles inErfüllung bringen können. Sie müssen zeigen, daß es Ih-nen Ernst sey, daß Sie von der Wahrheit und Güte derSache durchdrungen seyen, daß es nicht Spckulazion sey,daß Sie empfunden haben, was Sir sagen. Aber hütenSie sich, daß Ihre Thaten nicht das Gegentheil reden.UcbrigenS keine Dcklamazion, keine kraftlose Moral, keinesubtilen unnützen Metaphysiken, die den Menschen nichtbesser machen. Alles muß anschauend seyn, voll Bilder undBeyspiele; den Satz gleich auf einzelne Falle angewendet,die Folgen, die Wichtigkeit, den Nutzen gezeigt."

„Ihre Untergebenen müssen arbeiten, lesen, denken,empfinde», handeln. Ueben Sie sich mit ihnen, erweckenSie ihren Muth. Zeigen Sie ihnen, welchen Vortheil jedeihrer Arbeiten hat. Man arbeitet gerne, wenn man Vor-theil vor sich sieht, wenn die Sache uns nicht schwer ge-macht, wen» die Sache nicht zu trocken, unrichtig, spekula-tiv vorgetragen wird. Sie werden schon finden, wo eö Ih-ren Leuten fehlt; aber Sie müssen Jeden auf eine eigene Artbehandeln, um ihnen den Gegenstand anziehend zu machen.Man kann alles mit den Menschen machen, wenn man ihreherrschenden Neigungen z» seinem Vortheile zu nützen ver-steht. "

„ Die größte Wissenschaft für den Menschen ist Men-schenkenntnis Machen Sie diese vorzüglich Ihre» Zöglingen^interessant. Ein Mensch, der daran Geschmack findet, istfür uns nicht verloren. Dadurch lernt er die Kunst, Anderezu beurtheilen- Z» leiten, und sich selbst so zu betragen, daß' Andere gut von ihm urtheilen. Er kernt Klugheit, wird auf-merksam auf sich selbst, und bessert sich."