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Sechzehntes Buch.
das bald darauf erfolgte Sinken der politischen und religiösenMacht des Römischen Hofes, über das aufwachsende Frey-heitsgefühl und über die Verlegenheit bemerkt, in welchersich einige Regierungen bey der einbrechenden Denkfreyheitbefinden würden; so geräth man in Versuchung, die Jesuitenfür Propheten zu halten. Und dieser prophetische Geist istes eben, was sie heut zu Tage stolz macht, und n-'s ihnenvorzüglich bey jenen Großen, welche sich wahrend der allge-meinen Betäubung des Volks sehr wohl befanden, neuerdingseinen wichtigen Einfluß verschafft.
Allein es war den Jesuiten ein leichtes, Propheten zuseyn. Sie, die bisher, im engsten Verstände, über Königeund Völker herrschten; die, aus einer grausamen, aber für sieeinträglichen Politik, die Großen zu Wollüstlingen und Des-poten , die Priester zu Fanatikern, und den gemeinen Mannzum Bigott» und Ignoranten bildeten, konnten leicht die Rc-voluzivncu voraussehen, die aus einer unvermeidlichen Er-schöpfung des Vermögens zu genießen, aus der Ueberspan-nung des Fanatismus, und aus der Erwachnng eines biszur Verzweiflung gedrückten Volkes nothwendig entstehenmußten. Sie waren Ignoranten in der Politik gewesen,wenn sie den Einfluß, den die Verbreitung der Wissenschaf-ten auf die bisherige Staatsverwaltung nach und nach be-haupten mußte, nicht schon im voraus befürchtet hatten. Siehaben sich, durch eine lange und mächtige Weltregierung,und durch tausend Erfahrungen überzeugt, daß grobe Unwis-senheit des Volks den despotischen Regierungen einträglichsey. Deswegen haben sie denn auch in Frankreich unterden beyden vorletzten Regierungen, nachdem sich einige großeGeister hervorthaten, so vorzüglich darauf gedrungen, dieTalente derselben für den Hof zu benutzen. Daß es ihnenhierin nicht ganz nach Wunsch gelungen, ist nicht ihre Schuld.Sie haben durch die Erfindung der jauscnistischen Ketzereyhinlänglich dafür gesorgt, daß durch Gewalt und Schreckendie Litteratur unterdrückt werden möchte.