Band 
Vierter Bnad.
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Geschichte der Jesuiten. 207

Man muß, um über diesen Punkt den innern Gehalt"ihrer Apologien schätzen zu können, ohne alle Vorurteilesie lesen; sich weder von ihren äußerst erbitterten Ausfällenauf Philosophie und Politik, noch von den allzu enthusiasti-sche» Lvbrcdnern der Aufklärung hinreisten lassen, und nureinzig als kaltblütiger Zuschauer die Bosheit der einen unddie Uebertreibung der andern Parthey gegen einander inSVerhältniß stellen. Man wird dann finden, daß die erstemaus Verzweiflung und Rache alles, was Aufklärung heißt,beschimpfen, und letztere aus Unverstand und Mangel anWelt- und Menschenkeiintuiß manches, was den Namendurchaus nicht verdient, aufklären heißen. Man wird aberauch, und dieses nur zu oft, finden, daß die Jesuiten ihreHauptstreiche gerne dahin fallen lasse», wo sich die Ueber-legcnhcit auf Seite ihrer Gegner befindet. Daher schimpfensie so sehr auf die Rcformazi'on Kaiser I 0 sephö II. Dahernennen sie den Bund der Deutschen Bischöfe für die Errin-gung ihrer ursprünglichen Gerechtsame einen höllischen Bund.Daher vertheidigen sie die Bullen In Loen» nndv»iA«i>iru,s,und daher zeigten sie sich so thätig in der Römischen Nunzia«turstreitigkeit.

Alle diese Gegenstände sind in ihre Schutzschriften ver-flochten; aber unter allen haben keine größeres Aufsehen er-regt, als die beyden katholische» Denkschriften anden vorigen Papst, deren erste im Jahre 17K0 von ei-nem Spanischen Priester, Don Pietro Martin, ge-schrieben, und in Rom bey Salvioni gedruckt wurde.Gleichwie der Verfasser sich hauptsächlich bemüht, die Un-gültigkeit des Klein entinischen Anfhebungsbreve zu be-weisen, so versichert er gleich im Anfange^), daß er keine

*) lVlemoria künliollcs. x->ss. 9 er reg. Diese Denkschrift istauch im achte» Theile 'des Magazin« zum Gebrauch der Kir.chen- und Staateugeschichte »»n I. Lr. Le Vret S.i;-,z75abgedruckt.