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Naturgeschichte der Säugethiere von Paraguay / von J.R. Rengger
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280
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und Priodontes hingegen werden diejenigen Gattungen ge-zahlt, die nur Backenzähne besitzen, deren Gestalt aberbei dem ersten walzenförmig, bei dem zweiten ellipsoi-disch ist. Eine solche Zersplitterung hat aber den Nach-theil, dafs Gattungen von einander getrennt werden, zwi-schen denen in ihrer äufseren Gestalt wie in ihrer inne-ren Bildung, in ihrer Lebensweise wie in ihrer Fortpflan-zungsart die gröfstc Aehnlichkeit herrscht. Ich werde da-her diese neue Einlhcilung hier nicht befolgen , sonderndie, von mir beobachteten Gürtelthiere blofs nach Un-terabtheilungen ordnen, welche den neuen Geschlechternentsprechen.

Ehe ich aber zur Beschreibung der einzelnen Gattun-

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gen übergehe, scheint mir angepielsen, einige Bemerkun-gen über ihre Lebensart, die bei allen fast die nämlicheist, voraus zu schicken.

Paraguay besitzt fünf Gattungen von GürtelIhieren,welche in der guaranischcn Sprache den Geschlechlsna-men Tatu tragen; neben diesem hat noch jede ihren Gat-tungsnamen. Sie bewohnen theils die offenen Felder,theils die Gebüsche und den Saum der Waldungen; imInneren der Wälder kommen sie nicht vor. Sie leben inkeinem ganz bestimmten Reviere, und ändern öfters ihrLager. Dieses besteht in einer-gangförmigen , vier bis sie-ben Fufs langen, Höhle, welche sie mit ihren starken Nä-geln in die Erde graben. Ein solcher, unterirdischer Gangbildet gewöhnlich mit der Oberfläche des Bodens, indemer in die Tiefe geht, einen schiefen Winkel; seine Mün-dung ist kreisförmig und hat, je nach der Gröfse desThiercs, einen Durchmefser von neun Zoll bis zwei Fufs;gegen sein blindes Ende zu wird er immer breiter, sodafs sich das Thier im Grunde defselben bequem umwen-den kann; seine Richtung ist bald gerade, bald, von derMitte weg , auf die eine oder die andere Seite gebogen.In diesen Höhlen bringen die Gürtelthiere die ganze Zeitzu, die sie nicht zum Aufsuchen ihrer Nahrung verwen-dnn. In den Wildnifsen gehen sie sowohl bei Tage»