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benutzt werden. Aber auch alle Säfte süßer Beeren und Früchte, welcheZucker- und Gährungsstoff, und als Nebeubestandtheile Schleim, Ae-pfelsäure, Citronensäure, Weiustcinsäure u. s. w. enthalten, und dem-nach, wenn sie sich selbst überlassen bleiben, ganz ohne alles Zuthunin die wetnige Gährung übergehen,. ferner Gemische aus Zucker undHonig mit Ferment und Wasser, sind vermögend, in die Essiggährungüberzugehen und gute Essige zu liefern.
Zum pharmaceutischen Gebrauch eignet sich jedoch vorzüglich ein solcherEssig, der aus dem reißen Erzeugnisse der geistigen Gährung, dem Wein-geiste selbst, bereitet worden, wozu sich der wohlfeile Karroffelbranntweinrecht gut eignet, welcher von dem Fuselgernche durch Kohle befreit werdenkann (dadurch nämlich, daß man 10» Maß desselben mit 12—15 Pfundengröblich zerstoßener frisch ausgeglüheter Holzkohle vermengt, und ihn damitunter öfterm Umrühren einige Stunden lang in Berührung, und sodanndurch Spitzbeutel von Filz laufen laßt), und leichter als jeder andere Brannt-wein säuert. Nach Döbereiner (Anleitung zur kunstgemäßen Bereitungder Essige. 181S.) vermische man in einem hölzernen Bottich 100 Maß starkenBranntwein mit 8 »n-üuo Maß lauwarmem reinem Fluß - oderRegen-wasser, setze der Flüssigkeit die nach folgender Vorschrift bereitete Essigmutterzu : nämlich ein Pfund gute Hefen wird mit 1« Pfund Honig, sechs Pfundfein gepulvertem Weinstein, und sechs Maß bestem Obst- oder Frnchtessigvermengt, das Gemenge in einen irdenen oder steinernen Topf und 5—4Tage lang in die Nähe eines geheizten Stubenofens gebracht, nach welcherZeit das Ganze sich vereinigt bat, und jetzt die Essigmutter darstellt: fügedann noch 15—20 Maß guten Essig hinzu, und rühre alles wohl durcheinander. Hierauf vertheile man das Ganze entweder aus kleine Essigfäffcroder auf steinerne Kruge, wovon jeder iS — 20 Maß faßt, und stelle dieseungefähr nur f damit gefüllten Gefäße neben und unter einander in dieEssigstube, wo Tag und Nacht eine Wärme von 18—20° R. unterhaltenwird. Nach wenig Tagen hebt die saure Gährung an, die Flüssigkeit wirdnach und nach trübe und dabei wärmer, als die sie umgebende Luft ist, siekommt in sanfte innere Bewegung und läßt ein zischendes Geräusch wahr-nehmen; auf ihrer Oberfläche entsteht eine kahmige Haut oder Decke, undin ihr stlbst bildet sich gleichzeitig eine fadenartkge, schleimige Materie, diesich nach und nach theils an den Seitenwänden des Gefäßes absetzt, theils zuBoden sinkt. Die Flüssigkeit nimmt, während dieses erfolgt, einen saurenGeruch an, welcher immer stärker wird, ihre Temperatur fällt dann allmäligund die Flüssigkeit selbst wird endlich wieder ganz klar und hell. DieserGährungsproceß ist in ?, höchstens z Wochen beendigt, und die Flüssigkeitin einen starken, säurereichen Essig verwandelt. Ist dies der Fall, dannziehe man mittelst eines Hebers den fertigen Essig von dem breiartigenBodensatze ab, fülle ihn auf große Fässer und lasse ihn hier sich abklären.Der Bodensatz, welcher aufden GährungSgefäßen zurückbleibt, kann als Essig-mutter zur Säuerung einer neuen Quantität mit 8 —in Theilen Wasser