Gestalt kleiner rother, durchscheinender Tropfen. Auch diese kommt nichtmehr im Handel vor, und wird durch die sskotrinische ersetzt.
Die Aloe ist in Weingeiste und heißem Wasser auflöslich. Die heißewäßrige Auflösung bildet eine durchsichtige dunkelgelbe Flüssigkeit, die sichaber beim Erkalten trübt, und ein gelbbraunes, durchsichtiges Harz fallenläßt, welches nur mäßig bitter schmeckt, auch weniger purgirend wirkt/und sich völlig wie ein Harz verhält. Der im Wasser aufgelöst geblie-bene Stoff ist fehr bitter, nach dem Abdampfen zur Trockne völlig wie-der auflöslich, sowohl in Wasser als im absoluten Alkohol, nicht aberin Aether. Die wäßrige Auflösung der Aloe geht nach Pfaff in sehrlanger Zeit in keine, weder weinige, noch saure, noch Schimmelgährungein, nur fand Braconnot, daß sie nach Verlauf von sz Monateneine Art Zähigkeit angenommen hatte, und daß der Galläpfelaufgußnunmehr einen ziemlich reichlichen Niederschlag machte.
In absolutem Alkohol ist die Aloe völlig auflöslich, und diese Auf-lösung läßt sich mit Wasser vermischen, ohne daß das Harz ausgeschie-den wird. Erst wenn der Weingeist abgezogen, die Flüssigkeit völlig zurTrockne verdunstet ist, und der Rückstand in siedendem Wasser aufgelöstwird, fällt das Harz beim Erkalten der Auflösung zu Boden.
Nach Trommsdorff (I. d. Ph. XIV. i. S. 2?.) besteht'dieSokotrinalos aus 74,4 bitterm Seifenstoffe, 25 Harz- o,s Holzfaserund einer Spur Gallussäure.
Diesen in Wasser und Weingeist gleich auflöslichen Seifenstoff hältPfaff, bei aller seiner Aehnlichkeit mit andern Arten des Seifenstoffs,doch für so eigenthümlich, daß er ihn mit dem besondern Namen Aloe-stoff bezeichnet, und zur Darstellung desselben folgendes Verfahren an-zielst. Die Alo» (Sokvtrin- oder Leberaloe) wird mit Alkohol ausge-zogen, die geistige Tinctur mit dem gleichen Gewicht Wasser versetzt, derWeingeist abgezogen, .die rückständige Flüssigkeit vollends bei gelindemFeuer zur Trockne abgedunstet und der Rückstand wieder mit kochendemdestillirten Wasser übergössen, worauf sich beim Erkalten die harzigenTheile absetzen, und die überstehende klare Flüssigkeit den reinen Aloe-stoff enthält. Auch kann dieser Aloöstoff hinlänglich rein durch Aus-ziehen der Aloe mit kaltem, destillirten Wasser erhalten werden.
Der Aloestoff hat folgende Eigenschaften : in trocknem Zustande ist erbraunroth, in dünnen Schichten durchscheinend, von sehr bitterm Geschmackund einem schwachen, eigenthümlichen, dem Safran etwas ähnlichen Geruch.Zerrieben stellt er ein gelbes Pulver dar. Er ist in Wasser wie in Alkoholvollkommen auflöslich, doch löst er sich in letzterm langsamer und in verhält-nismäßig geringerer Menge auf. Beide Auflösungen sind vollkommen durch-sichtig und dunkel goldgelb gefärbt; durch das Stehen an der Luft verändertsich die Farbe der wäßrigen Auflösung, welche beim Schütteln schäumt, et-was ins Dunkelbräunliche, doch ohne daß sich etwas absetzt. In Aether ister unauflöslich. Die Auflösung röthet das Lackmuspapier nicht) sondern