Ämarse — äulees 6g
jetzt in jedem gemäßsten Klima und wird häufig in Italien, Frank-reich, Spanien, Portugal, England, Holland und den südlichen GegendenDeutschlands in Gärten und Weinbergen angepflanzt. Er wird bis 20Fuß hoch, und ist für die Pflanzungen besonders zur Zeit der Blütheeine schöne Zierde. Er ist dem Psirsichbaume ähnlich.
Sein Stamm ist uneben, und mit aufgesprungener, aschfarbigerRinde bedeckt; die Aeste sind etwas abstehend. Die Rinde der jünger»Zweige ist glatt und hellgrünlich.
Die Blätter stehen abwechselnd, find lancettförmig, lang zugespitzt,fei» gesägt, glatt und auf beiden Seiten hellgrün.
Die blaßrothen oder reichlich-weißen, aufsitzenden Blüthen find hinund wieder, zuweilen einzeln, öfter aber gepaart, längs den Aestenzerstreut. Der abfallende Kelch ist einblättrig, röhrig und bat fünfstumpfe abstehende Einschnitte, Die Krone, welche größer ist als derKelch, besteht aus fünf gleichförmigen, stumpfen, ausgeraubeten rosen-förmig geöffneten Blumenblättern. An der innern Seite des Kelchessind gegen 50 fadenförmige, aufrechte Staubfäden befestigt, welche halbso lang sind, als die Krone und einfache Staubbeutel tragen. DerFruchtknoten fitzt oben, ist rundlich und fein behaart. Der Griffel isteinfach, so lang als die Staubfäden und hat eine kopfförmige Narbe.
Die Frucht, eine Steinfrucht, ist grünlich, eiförmig-länglich, zusam-mengedrückt, am Ende in eine Spitze verlängert, aus einer ziemlich dicken,festen, wenig saftigen, lederartigen, wolligen Schale bestehend, welche einegelbbräunliche, glatte, doch mit vielen Löchern, und an b.iden Seiten miteinem Rande versehene, dick- oder dünnschalige, harte oder zerbrechliche Rußbedeckt. Diese Nuß enthält einen spitzigen eiförmigen, platten Kern, dieMandel, welche auswendig mit einer braungelben, gefurchten, mit gelbemStaube bestreuten Haut überzogen, inwendig weiß ist, bitter oder süß, jenach der Varietät des Haums, wovon sie kommt, schmeckt, an ihrer Spitzeeinen herzförmigen Keim hat, und leicht in zwei Hälften zu theilen ist.
Hayne führt zwar -imz-g-lslui «mara als eine eigene Art auf,indessen wird dieser Baum allgemein nur als eine Varietät mit kleine-rer Frucht angesehen. Die bittern Mandeln sind kleiner als die süßen,haben einen eignen Geruch und bittern Geschmack, der vorzüglich inihrem graubraunen Oberhäutchen steckt.
Die süßen Mandeln haben einen sehr angenehmen, süßlich-öligenGeschmack mit etwas Gewürzhaftigkeit. Es kommen im Handel man-cherlei Sorten vor, von denen die italienischen und valencer, als diegrößten und wohlschmeckendsten, den provencer und barbadischen vorgezo-gen werden. Außerdem kommen auch noch die in einer leicht zerbrech-lichen Schale eingeschlossenen Krach- oder Knackmandeln zu uns, welchevon einer besondern Spielart des Mandelbaums abstammen sollen.
Die bittern Mandeln enthalten Blausäure, und geben bei der Destilla-tion mit Wasser ein mit Blausäure geschwängertes scharfes und bitteres Lei.