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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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herzuleiten, da Gallerte in beiden Infusionen nicht eine Spur von Nie-derschlag hervorbringt, sondern jener die Eisenauflösung grünsärbendeBestandtheil ist das Brucin. Kohlensaures Kali ändert die Farbe desAufgusses der unächten Angustura, nicht wie bei der ächten ins Braun-rothe , sondern vielmehr ins Grünliche um, es setzt sich gleichfalls einflockiger, graulichgelblicher Niederschlag ab, und nach und nach färbt sichdie überstehende Flüssigkeit von der Oberfläche aus ins Dunkelbraune.

Die Abkochung der unächten Rinde ist bräunlichgelb (schwärzlich-grün bei mir), läßt einen häufigen graubraunen (schwärzlichgrünen)Bodensatz fallen, hat einen höchst widrig bittern, lange anhaltenden ekel-haften Geschmack, und verhält sich gegen Reagentien im Wesentlichen wieder Aufguß, nur daß die Niederschlüge noch viel reichlicher sind. Auchmit Kalkwaffer, mit essigsaurem Blei, Brechweinstein und Galläpfel-tinctur bildet diese Abkochung reichliche flockige Niederschlage.

Die geistige Tinctur der unächten Rinde ist weniger dunkel gefärbt,als die der ächten, schmeckt unerträglich bitter, läßt sich mit Wasser,ohne merkliche Trübung und ohne Harz abzusetzen, vermischen, indemsie alsdann bloß ein blaßgelbes opalisirendes Ansehn erhält. Eine Auf-lösung des orpdirten schwefelst, salzst oder salpetersauren Eisens verwan-delt diese Farbe sogleich in die schmntziggrüne und fällt einen grauschwar-zen Niederschlag. (Pfaff im Verl. Jahrb. 1808. S. L6.)

Die Herren Pelletier und Caventou haben durch eine sorgfäl-tige Analyse (Schw. I. XXVIII. S. 52.; Gilbert's Annalen, Iahrg.1819. Ls Stück. S. 522. Wert. Jahrb. XXIV. I. S. 136.) nachgewie-sen, daß die giftig wirkende Substanz in der unächten Angusturarindeein dem Strpchnin ähnliches Alkaloid sey, welches sie Brucin genannthaben. Dasselbe krystallisirt in weißen, durchsichtigen, geschoben viersei-tigen Säulen, welche zuweilen einige Linien dick sind, häufig aber inunregelmäßigen, zusammengehäuften, perlmutterglänzenden Blättchen. Esist lustbeständig, geruchlos, schmeckt sehr und anhaltend bitter, wirkt demStrpchnin ähnlich, jedoch minder heftig. Es ist in 500 Tb. kochendemund 850 Th. kaltem Wasser auflöslich (beigemischter brauner Farbestoffbefördert sehr die Löslichkeit); auch ist es in Weingeist sehr, in flüchti-gen Oelen wenig, in Aether und fetten Oelen gar nicht auflöslich.

Der hervorragendste Charakter des Brucins ist, daß es mit über-schüssiger Salpetersäure eine schön rothe Lösung giebt, welche durch Hp-drothionsäure, schweflige Säure oder salzsaures Ainnorydul entfärbtwird; beim Erwärmen oder beim weiter» Zusatz von Salpetersäure gehtdie rothe Farbe in Gelb über; fügt man zu der gelbgewordenen Flüssig-keit salzsaures Ainnorydul, so entsteht augenblicklich eine lebhafte violetteFärbung und ein eben solcher Niederschlag. Die kleinste Menge Brucinist durch dieses Reagens zu entdecken.

Mit Säuren bildet das Brucin die Brucinsalze, welche zum Theilsauer, zum Theil neutral, meistens kryAallisirbar und leicht löslich in