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Wasser sind, Sie schmecken sehr bitter, und werden durch alle Alkalien,Bittererde, Morphium und Strychnin zersetzt. Wird ein Brucmsalzaus seiner Lösung durch ein Alkali niedergeschlagen, so verschluckt dasBrucin eine beträchtliche Menge Wasser, die es erst durchs Schmelzenwieder verliert. Das reine krystallisiere Brucin ist ein wahres Hydrat;ioo enthalten ?1, 65 Wasser, wogegen das Strychnin sich nicht mitWasser zu verbinden scheint,
Das reine Brucin besteht nach DumasundPelletier (Schw. N.I. X. 1. 1824. S. 89 , U, Berl. 2 -hpb. XXVl. i. S, 117 .) aus 75,64Kohlenstoff; 6,52 Wasserstoff; 7,22 Stickstoff und 11,21 Sauerstoff. «.-^ 99 , 99 . Das Brucin ist auch in den Strychnosarten vorgefunden wor-den, nämlich in der Jgnazbohne und in her dlux vomics mit dem Strych-nin vermischt, wogegen es in der falschen Angusturarinde rein enthalten ist.
Außer dem Brucin erhielten die Herren Pelletier undCav en-teil aus her falschen Angusturarinde: einen fetten nicht giftigen Stoff,viel Gummi, einen gelhen in Wasser und Alkohol auflösl.ichen Stoff,Spuren von Zucker, Holzfaser,
Pelletier (Trommsd. N. A. lV, 2. S, 219.) hat auch die rost-farbene Flechte, welche sich so häufig auf der falschen Angustura findet,noch besonders untersucht. Der merkwürdige rothgelbe Farbestoff dieserFlechte ist vegetabilischer Natur, in Alkohol, aber nicht in Wasser, lös-lich, verbindet sich mit her Salpetersäure nach Art einer basischen Sub-stanz und nimmt dadurch eine gesättigt grüne Farbe an.
Die Wirkung der falschen Angusturarinde stimmt sehr mit der derKrähenaugen überein, so daß durch dieselbe unter heftigen Convulsiynender Tod herbeigeführt wird. Sehr. lehrreiche Versuche hierüber hat Hr.Pros. Emmert in Tübingen angestellt. Das Brucin äußert dieseWirkungen noch in erhöhtem Maße, jedoch wirkt es nicht so heftig alsStrychnin, Als Gegenmittel hat man zwar ein Galläpfelinfusum vor-geschlagen, mit welchem nämlich die giftige Substanz, das Brucin, ei-ne unauflösliche Verbindung einzugehen scheint; doch wurde die tödtticheWirkung nur aufgehalten, nicht aufgehoben. Essig und Kaffee sollen»nach Emmert's Erfahrungen die giftige Wirkung noch vermehren.
Die Angusturarinde gilt zwar als ein nervenstärkendes, die Digestionbeförderndes Mittel, und wird in der Diarrhöe und Anorerie gebraucht,doch ist ihr Gebrauch, wegen der zu besorgenden Vermischung mit derunächten Angusturarinde, und der zu befürchtenden üblen Folgen davon,sehr selten geworden, und im Oestreichischen und Badenschen gänzlichverboten. Sie wird verordnet in Pulverform, 10 bis höchstens ro Granfür Erwachsene, im Aufguß oder Decoct — eine halbe Unze zu 8 Unzen— am besten stets mit einem Zusätze von Zimmtpulvern oder Zimmt-waffer, oder einer aromatischen Tinciur, um dem Ekel, den die Rindeleicht erregt, vorzubeugen, oder im Ertract, 4 bis 8 Gran auf dieGabe, oder endlich in der Linctur.