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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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96 ^rFentum

Der Zweck dieses Verfahrens ist, die vrpdationsfähigeren Metalke, ge-wöhnlich ein wenig Kupfer, Eisen und Zink, tnit dem Blei zugleich weg;zubrenüen, worauf endlich das Silber beinahe rein zurückbleibt. Es mußjedoch noch einmal in einem dem vorhergehenden ähnlichen, aber kleinerenOfen, Test genannt, aus Laubhvlzasche, umgeschmolzen werden, wo stär-kere Hitze, wegen Schwerflüssigkeit des Silbers, gegeben und alle sich bil-dende Bleiglätte, die zugleich die letzten Antheile der das Silber verunrei-nigenden, jetzt gleichfalls orydirten Metalle in sich aufnimmt, jetztvom Tcstabsorbirt wird. Am Ende der Operation erhält die Masse an derOberfläche die Farben des Regenbogens, und wird darauf mit einemMal Rar und spiegelglänzend. Man nennt dies das Blicken des Sil-bers, und es zeigt an, daß jetzt alles Blei verbrannt und das Silberallein übrig ist. Diese Methode wird sehr häufig benutzt, um dem imHandel vorkommenden unreinen Silber die mit ihm verbundenen Metal-le, durch das Abtreiben mit Blei auf einer Capelle, zu entziehen, unddas auf dieselbe Weise gereinigte Silber führt den Namen Capellensilber.

Wenn das Silber nicht in Verbindung mit Bleiglanz vorkommt, sobedient man sich eines andern Processes, der Amalgamation. Diese Ope-ration beruht darauf, daß man das Schwefelkies haltende, oder, wenndies nicht der Fall ist, absichtlich damit vermischte Erz zu feinem Pulververpacht, und mit 8 — 9 Procent Kochsalz mischt. Dieses Gemenge wird-unter Umrühren in einem Reverberirofen geröstet. Es bildet sich dabei auseinem Theile Schwefel und dem Sauerstoffe der Luft Schwefelsäure, die dasKochsalz zersetzt, dessen Chlor sich theils mit dem Silber zu Chlorsilber ver-bindet, theils entweicht.' Die wieder,zu seinem Mehle gemahlene Massewird in Tonnen mit Wasser gemischt und mit Visenstücken und Quecksilberverseht. Die Tonnen werden entweder durch ein Wasserrad auf Aren um-getrieben, oder man läßt eine Art von Umrührer in ihnen umhertreiben.Während des Umschüttelns wird das Chlorsilber vvm Eisen zersetzt, unddas abgeschiedene Silber vom Quecksilber aufgenommen, mit welchem esein flüssiges Gemenge, Amalgam genannt, bildet. Das Quecksilberwird aus den Tonnen gezapft, die Masse durch ein dünnes Fell ge-preßt, worin eine feste Verbindung von Silber und Quecksilber zurück-bleibt. Diese wird in eigenen Anstalten einer absteigenden Destillationunterworfen, wobei das Quecksilber in Wasser aufgefangen wird, unddas Silber als ein poröser Kuchen zurückbleibt.

Dieses Silber Nennt man Bergfein; es ist,auch ziemlich rein, jedochkann es nicht chemisch rein genannt werden. Um sich dieses zu verschaffen,löse man das Silber in reiner Salpetersäure auf, schlage mit warmer Koch-salzlösung nieder, wasche den Niederschlag — Chlorsilber, Hornsilber — ausund trockne ihn. Um hieraus das Silber zu erhalten, schmelzt man in ei-nem Tiegel doppelt soviel Potasche, und wenn diese flüssig geworden ist,streut man nach und nach ein wenig vvm Chlorsilber ein, welches dann un-ter Entwickelung von Sauerstoffgas und kohlensaurem Gas reducirt wird.