Arnica (Asälx) 107
Verfälschung nicht selten bemerkte, kann dieselbe auch durch chemische Rea-ction leicht erkannt werden. Ein gesättigter Aufguß der ächten Arnicawur-zel nämlich erkält durch Ammoniak sogleich eine dunklere, sich ins Grünlicheziehende Farbe, die nach 24 Stunden bei Einwirkung der Lust in eine ge-sättigt grüne übergeht. In wohlverschloffenen Gefäßen im Dunkeln nimmter nach einigen Tagen seine vorige Farbe wieder an, die aber bei neuerEinwirkung der Lust wieder ins Grüne zurückkehrt. Auch andere Alkalienbringen diese grüne Farbe hervor, vorzüglich aber das eisenblausaure Kali.Salzsäure Eisenauflosung bewirkt in dem Aufgusse eine bläulichgrüne Farbeund sehr reichlichen Niederschlag. Auch der Alkohol und Aether zieht diesenStoff aus. Diese Reaction, die Psaff bestätigt hat (bis auf die Wieder-kehr der grünen Farbe) und welche auch ich als ein sicheres Merkmal em-pfehlen kann, hängt von der Gallussäure der Wohlverleihwurzel ab. DieWurzel der Inul» ä^enteric», die man leicht nach den äußern Kennzeichenabsondern kann, giebt ein viel helleres Jnfusum, welches durch Ammoniakhöchst unbedeutend verändert, und durch salzsaures Eisen nur wenig getrübtwird. Geiger (Magazin. Mai 1827. S. 124.) hält eine häufige Veri-wechselung mit der Wurzel der Inuls st^enterics nicht für wahrscheinlich,da diese an feuchten Orten, Gräben rc., die Arnica dagegen auf gebirgigenund waldigen Wiesen wachse. Geiger fand als Verfälschung der Arnicadie Wurzeln von 8aliäsgc> Virgo Sure» und bliersoium umbellstum, vonwelchen die Unterscheidungszeichen angegeben werden.
Auch sollen ältere Wurzeln der Letalstes cstllcinslst fälschlich ein-gesammelt werden; die Wurzelfasern sind zwar auch hier nach einerSeite gerichtet, jedoch sind sie länger und dicker, als bei der tristes;die erwähnten chemischen Kennzeichen gelten auch hier.
Nach einer Analyse von P faff (System der lVIst. mest. III. S.21».) enthalten 100 Th. Wurzel: ätherisches Oel 1,5; scharfes Harz6,0; Seifenstoff, dem Gerbestoff ähnlich, 32,0; Schleim 9,0; Holzfa-ser 51,5.
Diese Analyse bestätigt die besondere Wirksamkeit der Wohlverleih-wurzel als antiseptisches Mittel durch ihren bedeutenden Gehalt an Ger-bestoff, und unterscheidet sie dadurch sehr bestimmt von den Blumen.Nach Collin's Versuchen behauptet auch wirklich diese Wurzel in Be-wahrung des Fleisches vor Fäulniß vor allen andern antiseptischen Mit-teln den Vorzug, und in Verbesserung des faulen Fleisches, so wie derfaulen thierischen Säfte eine sogar siebenmal stärkere Wirksamkeit, alsselbst die Fieberrinde. Daher auch ihre vortreffliche Wirksamkeit in derHemmung der Diarrhöe. Durch ihren flüchtigen Bestandtheil äußertsie auch große Wirksamkeit auf das Nervensystem.
Die Arnicawnrzcl wird im Aufgusse, oder in Fällen, wo das äthe-rische Oel weniger als das adstringirende Princip berücksichtigt werdendarf, in der Abkochung, zu welcher nicht Eisensalze gemischt werdendürfen, oder auch in Pulverform gegeben.