^vsenicum
117
Henubstädt l. S. 2ä7.) hatte angegeben, daß nur das künstlich bereiteteSchwefelarsen giftig wirke, wogegen das natürliche Operment nicht dieselbengiftigen Wirkungen zeige. Guibourt behauptete darauf, daß das Schwe-ftlacseu überhaupt nicht giftig wirke, woraufOrfila fGeiger's Magazin.August. 1826. S. 12g.) zeigte, daß sowohl natürliches als auch durchSchwefelwasserstoff niedergeschlagenes Schwefelarsen schon todten, wenn sienur in einiger Menge in Wunden gebracht werden, daß ihre Wirkungenjedoch nicht so heftig seyen, als die der arsenigen Säure. Guibourr(a. a. O.) gab an, daß nur die natürlichen Verbindungen des Arsensmit dem Schwefel mit den Namen Realgar und Auripigmeut belegt wer-den könnten, denn das käufliche Auripigmeut des Handels wurde von 4üGrammen bis auf o,6 Gramme von kochendem Wasser aufgelöst, und dasAufgelöste bestand aus weißem Arsenik. Auch aus dem käuflichen rothenArsenik zieht, wie Guibourt fand, das Wasser etwas weißen Arsenikaus. Diese Angaben sind durch die Versuche von Decourdemanche(Buchner's Repert. XXVII. S. 1U2.; Trommsd. N- I. 2. 1827. S. 2Z.)erläutert worden. Decourdemanche fand, daß gelbes Schwefelarsen schondurch Kochen mit Wasser, leichter aber noch durch Fleischbrühe, Kaffee undandere Flüssigkeiten, welche organische Substanzen enthalten, so zersetztwird, daß arsenige Saure erzeugt und Schwefelwasserstvffgas entwickeltwird; selbst der käufliche Realgar und das Operment gaben etwa 14 Pro-cent arsenige Säure. Sowohl das aus einer Arseuikauflösung durch Schwe-selwafferstoffgasgefallle Schwefelarsen, als auch gepulvertes natürliches Oper-ment entwickelt, wenn eS selbst mit destillirtem Wasser erhitzt wird, Schwe-felwafferstoffgas, und es findet Wafferzersetzung statt; bei wiederholtem Ko-chen erzeugen sich immer von neuem Schwefelwafferstoffgas und arsenigeSäure. Auch kaltes Wasser wirkt darauf, aber es muß 6 — 8 Tage damitin Berührung seyn, und das Gemenge oft umgeschüttelt werden.
Aus diesen Versuchen scheint zu folgen, daß Schwefel und Arsen,welche überdem in ihrem chemischen Verhalten manches Uebereinstimmendedarbieten, weder auf natürlichem noch auf künstlichem Wege so feste chemi-sche Verbindungen einzugeben vermögen, daß sie nicht schon durch bloßesWasser, besonders unter Mitwirkung der Wärme, zerlegt werden konnten.Die Bestandtheile des Wassers und des Schwefelarsens gehen Hiebei, ihremelektrochemischen Verhalten folgend, neue Verbindungen ein, d. h. derelektro-negative Bestandtheil des Wassers, der Sauerstoff, verbindet sich mitdem elektro-positiven Bestandtheile des Schwefelarsens, dem Arsen, zu arse-niger Säure, der im Wasser elektro-positive Wasserstoff mit dem im Schwe-felarsen elektro-negativen Schwefel zu Schwefelwasserstoff. Von dieser leich-ten Zersetzbarkeit des Schwefelarsens möchte auch die schädliche Einwirkungdesselben auf den Organismus abhängen.
Es ist eine für Jeden nützliche Kenntniß, die Erscheinungen zu kennen,welche den Verdacht erregen können, daß eine Vergiftung mit diesem gefähr-lichen Metalle stattgefunden habe, und die Mittel zu wissen, die man da-