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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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118
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n8 ^rsenicum

gegen versuchen muß. Die Symptome, welche von einer gefährlichen DosisArsenik erzeugt werden, fangen ungefähr eine Viertelstunde nach dem Ver-schlucken des Giftes an. Zuerst fühlt der Leidende Schmerzen im Magen,mit Angst begleitet, danach kommt eine brennende Hitze im Magen und inden Gedärmen, mit einem beinahe nicht zu stillenden Durste. Darauf stellensich nach einander Erbrechen, fürchterliche Kolikschmerzen, und bisweilenein gewaltsamer Durchfall ein, wobei der Mastdarm die Oberhaut verliertund angefressen wird; kalter Schweiß, Ohnmachten, peinlicher Krampf inArmen und Beinen, Besinnungslosigkeit, Zuckungen und endlich der Tod.Dieser schreckliche Instand kann oft 5 — 10 Stunden und darüber dau-ern. Der todte Körper schwillt stark aus, und wenn er blutreich warund die Jahreszeit warm ist, geräth er schnell in eine stinkende Fäulnis,woran jedoch der Arsenik eigentlich keinen Theil hat. Bei der Leichenöffnungfindet man das innere Häutchen des Magens entzündet, hie und da angefres-sen und zerstört. Es ist jedoch nicht ohne Beispiel, daß es Arsenikvergiftun-gen gegeben hat, wobei keine inflammatorischen Zufälle sichtbar gewesen sind.Die Gefäße des Gehirns sind mit Blut überfüllt, nicht selten ist eins oderdas andere davon geborsten, so daß sich hier im Gehirn ganz dieselben Er-scheinungen, wie beim Schlagflusse, obgleich in höherem Grade, zeigen.

Als Rettungsmittel sind zu versuchen») Brechmittel, l>) neutralisirendeMittel, die seine Giftigkeit einhüllen oder vermindern, und y) einhüllende,welche die Gedärme gegen den Reiz des Giftes bedecken. Kerns dieser Mit-tel darf versäumt werden. Brechwurzel paßt besser als andere Brechmittel,gewöhnlich darf aber das von selbst erfolgende Erbrechen nur durch eineMenge lauwarmes Wasser oder Milch, mit ein wenig Alkali versetzt, umihr einen ekelhaften Geschmack zu geben, befördert werden. Man muß dasbeim Erbrechen Ausgeleerte einsammeln, um es untersuchen zu können, weildie größte Menge dieses Giftes öfters auf diesem Wege fortgeht. Daraufwerden neutralisirende Mittel, Alkalien und schwefelwafferstoffhaltiges Was-ser, gegeben. Erstere sind leicht bei der Hand, man braucht nur auf ge-wöhnliche Asche kochendes Wasser zu gießen, die Lange mit Milch odermit etwas dicker Hafersuppe zn mischen, und den Kranken recht viel davonverzehren zu lassen, und immer die Dosis zu wiederholen, so oft sie durchErbrechen ausgeleert worden ist. Das arsenigsaure Kali ist weniger giftig.

Insofern auch das Schwefelarsen weniger giftig als Arsenik ist, sowürde es vielleicht am besten seyn, 15 bis 20 Gran Schwefelleber zugeben, welche man in sehr vielem, z. B. z berliner Quart, Wasserauflöst. Als Gegengift ist auch Zuckersaft, in reichlichem Maße getrun-ken , empfohlen worden. Eine chemische Einmischung von 2 Unzen Zu-ckersaft auf i Gran Arsenik konnte von mir nicht bemerkt werden, indemselbst nach Jahresfrist noch sämmtliche Reagentien den Arsenik anzeigten.Neben allem diesen muß man die einhüllenden Mittel nicht versäumen,unter welchen die Milch die erste Stelle einnimmt.

Nachdem alle Lebensgefahr aufgehört hat, bleibt eine Empfindlichkeit