Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
138
JPEG-Download
 

i38

cylindrische, schreibfederkieldicke Fasern in großer Anzahl entwickeln. DerStengel ist aufrecht, walzenförmig, glatt, nach oben ästig. Die Blätterstehen büschelweise, gerade, sind borstenartig, pfriemenfprmig zugespitzt,weich, entstehen aus der Achsel einer Schuppe. Die Blüthen sind gelblich-grün, klein, auf dünnen, hängenden, in der Mitte gegliederten Stielen be-findlich; die Früchte kleine, erbsenförmige, rothe Beeren, welche z —6Saamen enthalten.

Die jungen Svargelsprossen, als eine gesunde und leicht verdaulicheSpeise bekannt, äußern eine specifische Wirkung auf die Harnorgane, in-dem nach ihrem Genusse der Harn sehr bald einen starken widrigen Gerucherhält. In dem Safte des Spargels ist von Vauquelin und Robi-quet ein eigenthümlicher Stoff, Spargelstoff, Asparagin, entdeckt wor-den. Man gewinnt diesen dadurch, daß man den ausgepreßten, filtrirten,und zur Saftdicke abgedunsteten Spargelsaft längere Zeit der Ruhe über-läßt, wo sich dann das Asparagin in wasserhellen, geraden, geschobenenSäulen herauskrvstalljsirt, welches man mechanisch von den Krystallen deszuckerartigen Stoffes sondert, und durch, wiederholtes Auflösen in Wasserund Krpstallisipen peinigt.

Das ASparagin ist in Wasser ziemlich leicht auflöslich; in Weingeistunauflöslich. Es reagirt weder sauer noch alkalisch, hat einen kühlenden,schwach ekelerregenden Geschmack; mit Kali zusammengerieben entwickelt eskein Ammoniak, wohl aber bei der Zersetzung durchs Feuer. Das Aspara-gin gehört demnach zu den thierisch-vegetabilischen Substanzen.

Nach Hepmbstädt (Bullet. HI. S. Z38.1 enthält ein Pfund fri-scher Spargel: Ejweißstoffao Gr.; Gummi mit salzigem Wesen (woriner schon xinen eigenthümlichen Stoff vermuthete) 2 Drachmen 50 Gr.;Sesfeustoff mit Schleimzucker und salzigem Wesen 1 Lth. 2 Dr. 10 Gr.;Feuchtigkeit 28 Lth. 3 Dr. 20 Gr.; Pflanzenfaser 5 Dr. Das flüchtigeriechbare Wesen des Spargels scheint nach H- aus Schwefel - oder Phos-phorwasserstoffgas zu bestehen, von dem aber die französischen Chemikernichts gefunden haben. Nach einer chemischen Untersuchung von Dul 0 ng(Berl. Jahrb. xxvill. 2. 1826. S. 110.; auch in Trommsd. N. I-Xlli. 2. S. iia:; Buchn. Report. XXV. 1. 1827. S. 67.) ist die Spar-gelwurzel zusammengesetzt aus: Pflanzeneiweiß; gummiger Materie; durchbasisches essigsaures Blei und salpetersaures Quecksilberorpdul reichlich fäll-barer eigenthümlicher Materie; Harz; zuckeriger Materie; sauren äpfels.salzs., essigs. und Phosphorsauren Kali - uuh Kalkverbindungen und einergeringen Menge Eisen. Asparagin euch Mannit, beide in den jungen Spros-sen von Vaugueltn entdeckt, konnten hier nicht gefunden werden.

Die Wurzeln dieser Pflanze waren sonst als harntreibendes und ab-führendes Mittel vfficinell, sind jetzt aber ganz außer Gebrauch; sie sindschleimig und etwas bitter.