Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
139
JPEG-Download
 

^8ptlMuin »Zg

^spkialkuin seu kiluinen 7uäaioum. Asphalt oder

Judenpech. Schlackiges Erdpech.

Ein festes Erdharz, sowohl auf dem todten Meere und eini-gen andern Seen Asiens und Europas schwimmend, alsauch in Bcrggrubcn Frankreichs uud anderer Lander Euro-pas vorkommend,

Dichte, zerbrechliche, schwarze, beim Reiben braune, auf demfrischen Bruche glänzende, an der Flamme nach dem Schmelzenmit einem bituminösen Gerüche verbrennende Stücke. Man sehedarauf, daß es nicht mit festem Peche verunreinigt sey, was durchdie Auflösung in Alkohol erkannt wird.

Dieses Erdharz findet man in weichem oder flüssigem Zustande auf derOberfläche des todten Meeres. Das Wasser dieses Sees ist so reich anSalzen, daß es die spec. Schwere von 1,23 erreicht, daher der Asphalt,der im trocknen Zustande schwerer als Wasser ist, auf diesem schwimmendsich erhält. Der Geruch dieses schwimmenden Erdharzes soll, wie man ehe-dem behauptet hat, so stark seyn, daß die über den See hinfliegenden Vo-gel getödtet werden, so daß davon der Name „das todte Meer" hergeleitetwurde; mehr scheint aber dieser Name von der Unfruchtbarkeit der Uferentstanden zu seyn. Man findet aber das Erdpech auch auf einigen Land-seen in Ehiga, im südlichen Asien und Europa, in Amerika und besondersauf der Insel Trinidad- Es wird ferner auch in einigen Gebirgsgegenden,auf den Karpathen, in Frankreich,- Neufchatel, Sachsen, Dänemark, Schwe-den, Sibirien u, s, w. ausgegraben.

Der Asphalt ist an sich geruch- und geschmacklos, beim Reiben aber,durch welches er Harzelektricität erlangt, entwickelt er einen empyreumati-schen Geruch nach Steinöl, den er angezündet, wo er mit lebhafter Flammeund starkem Rauche verbrennt, ohne (besonders der aus Seen schwimmendgefundene) eine,; merklichen Rückstand zu hinterlassen, noch mehr erkennenläßt- In Wasser ist der Asphalt unauflöslich, der Weingeist zieht nur einegrünliche Farbe heraus, und der Aether ist ohne merkliche Wirkung darauf.Mit rauchender Salpetersäure braust er auf, durch längere Behandlung da-mit wird er in künstlichen Gerbestoff verwandelt.

Durch trockne Destillation erhält man aus ig Unzen beinahe 12 Unzeneines braunschwarzen empiirenmatischen Oels (Oleum -z-plislti), welches ei-nen sehr widrigen Geruch besitzt, und mit dem Braunkoblenöl (Oleum k>i-taminis lilkantlir-scU) fast übereinkommt. Aus 100 Gran Asphalt erhieltKlaproth bei der trocknen Destillation: bituminöses Oel 32 Gran;schwach ammoniakalisches Wasser 6; Kohle 30; Kieselerde; Thonerde azKalkerde i; Eisenoryd iz; Manganvryd j- Gran und 36 Kubikzvll gekohktes Wafferstoffgas.