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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
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Lonax

1772 kamen einige Borareremplare in krystallinischer Gestalt, die in Ti-bet aus der Erde gegraben worden waren, nach Schweden. Auch scheinter den Alten nicht bekannt gewesen zu seyn, denn ihr Chrpsokvlla, vonzwei griechischen Worten, die die Anwendung zum Lothen des Goldesbezeichnen, ist nach Ure eine ganz andere Substanz gewesen, und bataus Kupferrost mit Harn zusammengerieben bestanden. Das Wort Bo-rar findet sich zum ersten Male in Geb er's Werken.

Der natürliche Borar, Tincal, Pounra (öorsx nstivs), wird nichtallein im Morgenlande, vorzüglich in Tibet, China, sondern auch inSüdamerika in zwei Bergwerken von Potosi, wo er von den Eingebor-nen zu Schmelzung der Kupfererze gebraucht wird, gefunden. Derverkäufliche kommt größtentheils aus Tibet. Hier ist er in dem Wassermehrerer Seen dieses Landes aufgelöst enthalten, oder erzeugt, sich in dem-selben. Man erhält ihn dadurch, daß man das Wasser solcher Seen inGruben leitet und verdunsten läßt, den mehrsten aber wohl dadurch,daß man den bei dem theilweisen Eintrocknen der Seen während der hei-ßesten Jahreszeit in Krystallen abgesetzten Borar sammelt. Dieser roheBorar ist, wie er in den Handel gebracht wird, mit Thon und einerbesondern fetten, durch das überschüssige Alkali des Borar seifenartig ge-wordenen Materie verunreinigt, und von bläulicher oder gelblicher Farbe.

Man unterscheidet drei Sorten des rohen Borax: den indischenBorar, welcher aus kleinen, mehr oder weniger unreinen Krystallen be-steht , den bengalischen oder den Borar von Chaudernagor, in großenrundlichen Krystallen, und den chinesischen Borar, welcher halbrein ist,und aus 4 bis 5 Centimeter dicken Stücken oder Krusten besteht, welchevon außen dem Milchzucker ziemlich ähnlich sehen.

Die Reinigung des Borar wurde lange Zeit von den Venetianern undHolländern als ein Geheimniß betrieben. Sie geschieht aber jetzt auchin andern Ländern, und zwar entweder durch anhaltendes Kochen inWasser und wiederholtes Umkrystallisiren, oder indem man ihn im Feuerschmelzt, um den färbenden fetten Stoff zu zerstören, dann auflöst undkrystallisirt, oder indem man ihn nach Robiquet's Vorschlag in kaltemWasser mit einem Zusätze von Kalk wäscht, wodurch die fettige Substanzvon dem Natron getrennt, und in unauflösliche Kalkseife verwandeltwird. Das Ganze wird umgerührt, und auf ein Haarsieb gegossen, damitdie Lauge von dem Borar ablaufe, welcher sodann vollends aufgelöst wird.Um die letzten Antheile von Natronseife zu zerlegen, wird ; salzsaurerKalk zugesetzt, die Flüssigkeit filtrirt, abgeraucht und krystallisirt.

Seit einiger Zeit wird ein bedeutender Theil des käuflichen Borar vonfranzösischen Fabricanten auf eine wohlfeilere Weise bereitet, als er bis jetztaus dem vstindischen Tincal dargestellt werden konnte. Schon im Jahr 1778entdeckten Hvfer und Mascagni, daß mehrere warme Quellen Tos-cana's, namentlich die zu Chercbiajo, Monti-Cerboli und Castel Nouvo,freie Borarfäure enthalten, und daß auch die Erde in der Nähe dieser