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gewöhnliche Borar ist Ü -s-10 Ü — 2387,653, und besteht hiernachaus: Natron 16,37; Borsäure 36,52; Wasser 47,11. Kirwan hattedurch die Analyse gefunden: Natron 17; Borsäure 34; Wässerig.Soubeiran: Natron 16,775; Borsäure 34,976; Wasser 48,249.
Verfälschungen des Borar werden wohl selten vorkommen, da unter-geschobener Alaun durch den styptischen Geschmack, Rothen desVeilchen-syrups, und durch die mit Kali niedergeschlagene Thonerde, Steinsalzaber durch das Verprassen auf glühenden Kohlen und Entwickelung salz-saurer Dämpfe vermittelst concentrirter Schwefelsäure sich leicht erken-nen lassen. Nach Fiedler und Wild soll man die Auflösung desVorar mit Salpetersäure Neutralismen, und mit salpetersaurer Silber-auflösung prüfen. Da aber das borsaure Silberoryd ein in Wasserschwerlösliches krystallinisches Pulver bildet, so muß die Prüfung mit einerverdünnten Borarauflösung angestellt werden. In Hamburg soll ein Borarim Handel vorgekommen seyn, welcher sich in der von Geiger vorgenomme-nen chemischen Untersuchung als schwefelsaures Kali mit etwas Mörtel,und durch eine organische Materie gelblich gefärbt, auswies.
Der Borar hat die besondere Eigenschaft, den Schleim von arabi-schem Gummi, so wie den des isländischen Mooses und des Salepsbeträchtlich zu verdicken, welche Verdickung aber durch Zucker oder Ho-nig wieder aufgehoben wird. (Schweigger's I. XIII. S. 4gi.) Schon3 — 4 Gran Borar sind hinreichend, ein Loth Mimosenschleim in eineelastische, leicht und ohne Fäden zu ziehen trennbare Masse, welche beimReiben nicht an den Fingern klebt, noch dieselben befeuchtet, zu ver-wandeln. Auf andere Schleime wirkt er nicht.
Der Borar wird innerlich in Pulver und in der Auflösung, aber auchhäufig äußerlich gebraucht. Nach Wurzer ist die Borarauflösung ein bes-seres Lösungsmittel für die Harnsäure, als alle andere Lösungsmittel aufnassem Wege. Diese Erfahrung scheint nicht nur für die Analyse der Harn-steine, sondern auch als Heilmittel gegen dieselben wichtig zu seyn. Derinnerliche Gebrauch des Borar als wehenbeförderndes Mittel, und auch beiKindern, ist bekannt. Zn den Schönheitsmitteln, als der Pariser Schön-heitsmilch, in der Milch der Venus :c., spielt der Borar eine Hauptrolle.
Eine wichtige Anwendung findet der Borar in der analytischen Chemieim verglasten Zustande als flußbeförderndes Mittel zu Löthrohrversuchen.Mehrere Metalloryde werden durch die Farbe erkannt, welche sie vor demLothrohre dem verglasten Borar ertheilen: so färbt Mangan violett, Ei-sen bouteillengrün, Kobalt blau u. s. w. Aber auch in den Künstenund Gewerben ist der Borar von großem Nutzen: so stellt eine kleineQuantität Borar die Flüssigkeit der Glasmasse, die nicht mehr recht flie-ßen will, wieder her. Am häufigsten braucht man ihn zum Lothen; erbefördert den Fluß des Lothes, und erhalt die Oberfläche der Metalle ineinem weichen oder rein metallischen (vielleicht in einem entgegengesetztelektrischen) Zustande, wodurch das Geschäft des Lothens erleichtert wird.