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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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198
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Oslainus

verur der Alten. Dieser schon von G n i b o u r t bezweifelten Ansicht ttsttauch Dierbach nicht bei, und wenn auch die Chyravitaallerdings ein nochimmer m Indien gebräuchliches Arzneimittel ist, so scheint es doch niemalsvon den alten Aerzten unter dem Namen 6 slamui sromaticur gebrauchtworden zu seyn.

Der gemeine Kalmus wächst durch ganz Europa an Gräben, Sem,Missen und in Sümpfen. An mehreren Punkten der kriechenden dickenWurzel erheben sich aufrechte, glatte, einfache, zusammengedrückte, denBlättern ziemlich ähnliche Schafte von s — z Fuß Höhe. Die Wurzelblät-ter sind aufrecht, sehr lang, flach, schmal, glatt, schilfartig, schwertförmig,wellenförmig, am Rande schneidend, und inwendig mit einer weißen schwam,migen Substanz versehen. Fast gegen die Mitte des blattförmigen Schaf-tes bildet sich zur Seite ein auffitzender, ziemlich dicker, walzenförmiger,s — z Zoll langer, gelblichgrüner, ganz mit kleinen, dicht neben einandersitzenden Blumen bedeckter Kolben ohne Scheide. Die Blüthen sind zwitte-rig, und entwickeln eine dreikantige, dreifächrige Kapsel, die vom stehen-bleibenden Kelch umschlossen wird.

Die Bküthszeit ist Juni und Juli.

Die offfcinelle Wurzel ist ziemlich lang, daumensdick, auch wohl dicker,etwas platt zusammengedrückt, mit schief über einander liegenden, scheiden-artigen und ringförmigen Absätzen versehen, wodurch sie ein gegliedertes An-sehen erhält. Frisch istsie äußerlich braun, grünlich-glänzend, an verschie-denen Stellen, besonders unterwärts, mit vielen Fasern und runden zellen-artigen Punkten besetzt; inwendig ist sie weiß, weich und einigermaßenschwammig. Sie besitzt einen eigenthümlichen aromatisch-bittern Geschmackund verbreitet, so wie auch die Blätter, in den Händen gerieben oder ge>quetscht, einen angenehmen balsamischen Geruch. Sie wird im Anfange desFrühlings oder im Spätherbst eingesammelt, geschält, in der Länge zerspal-ten und schnell getrocknet, weil sie in der Lust bald lichtroth anläuft. Gutaufbewahrt behält sie lange ihre Kräfte.

Trommsdorff (dessen I. XVIll. 2. S. 119 .) erhielt aus 12 Pfd.frischer Wurzel 40 Gran eines hellgelben ätherischen Oels von dem Gerüchedes Kalmus, und einem gewürzhasten, bitterlich brennenden, etwas campher-arrigen Geschmacke, das an der Luft zu einem schmierigen Balsam eintrock-nete, der starke Spuren von Säure zeigte. (Hoffmann erhielt aus 5 »Pfund zwei Unzen, und Neu mann aus einem Pfunde der getrocknetenWurzel eine Drachme ätherisches Oel.) Das aus dem Rückstände bereiteteErtract ging, ungeachtet der Geschmack einen ansehnlichen Theil Schleim-zucker verrieth, nicht in die weinige Gährung über.

Durch Zerstampfen der frischen Wurzel mit Wasser wurde eine ArtStärkemehl erhalten, das sich von dem gewöhnlichen jedoch dadurch unter-schied, daß der größte Theil des im siedenden Wasser aufgelösten beim Er-kalten niederfiel, und eine röthliche Farbe .annahm (Inulin?). Von die-sem Stoffe hängt wohl das Röthlichwerden der Kalmnswurzel beim Treck-