Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
199
JPEG-Download
 

6öäoai'ia vsts iA9

mn, so wie die leichte Trübung des im heißen Zustande ganz hellen Auf-gusses der Kalmuswurzel ab.

Beim Sieden der vom Stärkemehle abgelaufenen Flüssigkeit schied sichorydirter Ertractivstoff (?), oder vielmehr Eiweißstoff ab. Das aus derklar filtrirten Flüssigkeit erhaltene Ertract wurde durch Weingeist geschiedenin einen in Weingeist auflöslichen Ertractivstoff, und in eine geschmack- undgeruchlose Substanz, dieTrommsdorfffür eine Verbindung von Schleimund phosphorsaurem Kali erklärte.

Aus dem Wurzelrückstande wurde durch Alkohol eine dicke, gleichsamölige Substanz von gelber Farbe ausgezogen, die auf keine Weise in einentrocknen Zustand versetzt iverden konnte, einen sehr beißenden, stechendenGeschmack, ganz wie die frische Wurzel, nur in höherem Grade, und et-was ihren Geruch besaß.

Dieser Analyse zufolge enthalten 64 Unzen frischer Kalmuswurzeln:ätherisches Oel 13,33 Gran; einen besondern, dem Satzmehle ähnlichenStoff (Jnulin?) r Unze i Qt.; Ertractivstoff von süßlich scharfem Ge-schmacke mit etwas salzsaurem Kali r U. i Qt. in Gr.; Gummi mit phos-phorsaurem Kali H U. 4 M,; schmieriges scharfes Harz i U. 4 Qt.; hol-zige Theile 13 U. 6 Qt.; Feuchtigkeit42U- 35,67 Gr. Die Asche derKalmuswurzel enthält Kupfer (Perl. Jahrb, 1819. S. ino,).

Die Kalmuswurzel gehört zu den kräftigsten und schätzbarsten flüchtig-tonischen Mitteln. Ihre Wirksamkeit liegt größtentheils in den flüchtigenTheilen, sie darf daher nicht in der Abkochung verordnet werden; auch wer-den schon die wirksamen Theile durch Wasser, Wein und Weingeist in derDigestionswärme ausgezogen. Da sie schon in kleinen Gaben wirksam ist,so kann sie auch in Pulverform verordnet werden. Die überzuckerte Wurzel(Lonckiium r. Lonkeclio Lslsim) ist weniger zweckmäßig, da die Wurzelvorher erst mit Wasser weichgekocht, und dadurch ihrer wirksamen Bestand-theile größtentheils beraubt wird.

Oalasi'is ust« gen (lslx vlvs, Vx^äuin oslelouin.

Gebrannter Kalk.

Wird aus dem Kalksteine durch Brennen in Kalköfen bereitet.

Ein zerreiblicher, weißer Stein, mit Wasser sich erhitzend undsehr schwer auflöslich. Besteht aus Kalkerde, oft mit andern Er-den und Eisenoxyd gemischt. Muß in gut verschlossenen Gefäßenaufbewahrt werden.

Die Kalkerde kommt in allen drei Naturreichen vor, als kohlensaurer,phosphorsaurer, schwefelsaurer, salzsaurer, salpetersaurer, arseniksaurer,flußspathsaurer rc. Kalk, und in Verbindung mir Erden. Am häufigstenkommt sie vor im Mineralreiche, und ist hier mit Kohlensaure verbunden