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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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und in großer Menge vorhanden, als Kalkspats, Kalkstein, Kreide, Masmor, Erbsenstein u. s. w.; mit Schwefelsäure in den verschiedenen Artendes GypseS. Im Thierreiche kommt sie vor als Austerschalen, Eierschalen,Knochen u. s. w.; im Pstanzenreiche als Basis verschiedener Salze.

Wird die kohlensaure Kalkerde einem Glühfeuer ausgesetzt, so läßt siedie Kohlensäure fahren, rmd bleibt im ätzenden Zustande zurück. Dieses ge.schiebt im Großen mit dem gemeinen Kalkstein in Kalköfen, der dadurch ingebrannten Kalk verwandele wird. Wenn dieser mit ungefähr der Halsteseines Gewichts Wassers zusammengebracht wird/ so erhitzt er sich, oft biszum Entzünden von Schwefel, und zwar um so schneller und heftiger, jereiner er ist, wobei er zu einem weißen Pulver — Kalkhydrat — zerfälltund Wasser gebunden hält, welches ihm nur erst wieder durch schwacheGlühhitze entzogen werden kann. Die große entstehende Hitze beim Loschendes Kalkes, wobei durch die Wafferdämpfe auch viel Kalk mitgerissen wird,bgt man dadurch erklären wollen, daß das Wasser bei der Verbindung mitdem Kalke in den Zustand des krystallisirten Eises übergehe, wobei es sei»nen Wärmestoff fahren lasse; die Steigerung der Temperatur ist aber vielzu bedeutend, als daß sie allein dem freiwerdenden Wärmestvffe des Was»sexs zugeschrieben werden könnte, auch wird durch Vermischung von Eis undKalk Wärme erzeugt. Die Hitze ist Folge der chemischen Verbindung desKalkes mit Wasser zu Kalkhpdrat, so wie bei der Verbindung der wasser-freien Schwefelsäure mit Wasser zu wasserhaltender Schwefelsäure. InHeiden Fällen findet Ausgleichung ,der entgegengesetzten elektrischen Kräftestatt, im ersteren Falle ist die Kalkerde die Base (positiv-elektrisch), dasWasser die Säure (negativ-elektrisch); im zweiten ist das Wasser die Bastund die trockne Schwefelsäure die Säure. Die Vereinigung der beidenletzter» erfolgt mit heftiger Erplosion, und auch beim Löschen des Kalkes imFinstern will Pelletier Licht bemerkt haben.

Wird das Kalkhydrat durch schnell zugesetztes Wasser in einen Teigverwandelt, und dieser mit rothem Eisenoxyd, oder Alaunerde oder Kiesel-erde vermischt, so entsteht, wahrscheinlich durch chemische Verwandtschaftmit diesen Körpern, eine Mischung, die sehr bald erhärtet, und viel zu-sammenhängender ist, als wenn Kalk allein angewandt würde. Durch einssolche chemische Verbindung erfolgt das sogenannte Todtbrennen der unrei-nen thonhaltigen Kalksteine, die hierbei ihre Aetzkraft und Auflöslichkeit inWasser einbüßen. In hoher Temperatur verbindet sich nämlich die Kalk-erde genauer mit den fremdartigen Beimengungen, zu einer glasähnlichenSubstanz zusammengesintert, und bildet gleichsam Salze. Allgemein be-kannt ist ferner die Mischung des Kaikhydrats mit Sand, welche als Cä-ment heim Banen benutzt wird, und dabei zuerst als Hydrat erstarrt, all-mälig aber durch die in der atmosphärischen Lust befindliche Kohlensäure inkohlensauren Kalk verwandelt wird. Die Härte des Mörtels an sehr altenGebäuden hängt von der vollkommnen Verwandlung aller seiner Theile inkohlensauren Kalk ab, so daß die Festigkeit eines alten Mörtels nach sei-