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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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205
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Osmpkora 20 5

Um den Campher aus dem Campherlorbeer zu erhalten, werden dieWurzel, der Stamm und die Neste des Baumes in kleine Stücke zerschnit-ten, damit große eiserne Kolben, die mit irdenen, inwendig mit Reisstrohoder Binsen ausgefütterten Helmen bedeckt sind, angefüllt, und Wasser dar-auf gegossen. Dieses wird 48 Stunden hindurch in mäßigem Sieden erhal-ten, wodurch sich der Campher verflüchtigt, und auf dem Stroh sublimirt.Er wird gesammelt, und als roher Campher, aus graulichen, zusammeuge-häufren, öligen, feuchten, mehr oder weniger unreinen Körnern bestehend,nach Europa gesendet. Dieser wurde vormals in Venedig, später langeZeit ausschließlich von den Holländern raffinirt, jetzt geschieht dies aber anmehreren Orten, als in Hamburg, Berlin, Kopmhagenu.s.w. Zu diesemEndzwecke wird er gewöhnlich mit einem Zusätze von lebendigem Kalkeoder gepulverter Kreide (um das gelbfärbende brenzliche Sel zurückzuhalten)in flachen gläsernen Kolben nochmals sublimirt, wobei er sich an dem obernkühlern Theile des Sublimirgefäßes, unter Aurücklaffung der Uureinig-keiten, als eine reine weiße krystallinische Masse ansetzt.

Dieser raffinirte Campher, in Gestalt runder in der Mitte gewöhnlichdurchbohrter Brode und Kuchen von 1 bis 2 Pfund Gewicht, zeigt sich alseine feste, nicht besonders harte, weiße, halbdnrchsichtige, etwas zähe, leichtin kleinere, stets eckige Stücke zu zerbröckelnde, aber nicht für sich zu einemfeinen Pulver zerreibbare Substanz von o,996 spcc. Gew. Das.Gefüge istkörnig, doch ist der Campher einer regelmäßigen Krystallisation fähig, undläßt sich namentlich durch Sublimation in Oktaedern, vierseitigen Pyrami-den oder in sechsseitigen Blättern darstellen. Schon in der Entftrnungver-breitet der Campher einen starken, durchdringenden, ganz eigenthümlichen,nicht unangenehmen, aromatischen Geruch. Zwischen den Zähnengekautver-hält er sich fast wie Wachs, und läßt dabei einen etwas scharfen, anfangserwärmenden, nachher kühlenden, etwas bittern Geschmack erkennen. Beider mittlern Temperatur behält er unverändert seine Consistenz, verdunstetaber allmalig au der Luft; erst bei 110 ° R. nimmt er einen dünnflüssigen,ilartigen Zustand an, geräth bald darauf in ein starkes Kochen, und ver-flüchtigt sich in dicken, weißen, stechenden Dämpfen, welche sich an einemetwas kühlern Raume zu blendend weißen, undurchsichtigen Blumen, oderauch zu einer klaren festen Masse verdichten.

Im Wasser ist der Campher nur sehr wenig auflöslich, denn das Auf-gelöste beträgt kaum 1^, doch nimmt das Wasser Geruch und Geschmackan. Reines Kali, nicht Natroy und Ammoniak, giebt die kleine Mengedes in Wasser aufgelösten Camphers durch Trübung zu erkennen. DurchHülfe von Zucker, besser Gummi und Eigelb, läßt sich aber der Campherin größerer Menge mir dem Wasser vermischen. Wird der Campher derHitze des papinianischen Topfes ausgesetzt, so zeigt er sich jetzt, indem erdadurch in seiner Grundmischung verändevt zu werden scheint, in großerMenge in Wasser auflöslich, ohne sich wieder abzuscheiden. Werden kleineCampherstückchen auf Wasser geworfen, so gerathen diese sehr oft in eine