208
Lamxkors
wohnliche, und beim Raffiniren das Laboratorium mit einem sehr deutlichenVeilchengeruche erfüllen, im Uebrigen ist er aber nicht unterschieden.
Der Campher findet sich aber, auch noch in andern zur Familie derLaurineen gehörigen Bäumen, welche im Allgemeinen eine große Ueberein-stimmung darin zeigen, daß in ihnen ein fluchtiges gewürzhaftes Oel sichreichlich verbreitet zeigt,, zu denen auch der Campher, von Berzeliusals ein eigentliches Stearopten (siehe Öles ««tbere« im 2 ten Th.) bezeich-net, gerechnet werden kann, welches den Theilen derselben einen starken unddurchdringenden Geruch ertheilt, als der Iimmtrinde, dem Saffafrashvlze,den Lorbeeren, den Pichurimbohnen u. s. w. So kann aus den Wurzelneiner Abart des Zimmtbaums (Ospurs - Lurunäu oder Campherzimmt ge-nannt) mit Vortheil Campher gewonnen werden. Ferner wird von vielenWegetabilicn, als den Wurzeln des Zittwer, Sassafras, Thymian, Ros-marin, Salbei, Alant, Anemone, Pulsatille rc., bei der Destillation mitWasser ein gleichsam festes ätherisches Oel erhalten, welches in seinen Ei-genschaften so viel Uebereinstimmung mit dem Campher zeigt, daß man dieseaus dem Destillate in krystallinischer Gestalt sich ausscheidenden Stoffe Pubsatillen-, Anemonen-, Alant - rc. Camphernennt. Viele ätherische Oele,als Terpenthin -, Lavendel-, Salbei-, Majoran -, Rosmarin - und andereOele geben, wenn sie in flachen Gefäßen einer Temperatur von 57anhaltend ausgesetzt werden, eine nicht unbedeutende Ausbeute an Campheroder wenigstens einer dem Campher ähnlichen Substanz, und nach Proustsoll in den spanischen Provinzen Murcia und Valencia eine ansehnlicheMenge Campher aus den dort im Ueberflnß gewonnenen ätherischen Oeleuauf diese Weise gewonnen werden. Hier scheint der Campher zum Theilschon als solcher vorhanden gewesen, zum Theil aber erst unter Mitwirkungder Wärme und der atmosphärischen Luft gebildet worden zu seyn. Daßaus dem Terpenthinole vermittelst des durchstreichenden salzsauren Gaseseine campherahnliche Verbindung dargestellt werden könne, welche jedoch we-sentlich von dem Campher dadurch unterschieden ist, daß sie Salzsäure inihrer Mischung enthält, wird dort erwähnt werden.
Der Campher ist sowohl ein innerliches als äußerliches geschätztes Arz°nesmittel. Zum innern Gebrauche wird er in Pulvern, die jedoch nicktauf sehr lange Zeit ausreichen müssen, damit sich nicht der Campher all-mälig verflüchtige, oder auch in Mirturen verordnet, wobei eine L—5 sackeMenge arabisches Gummi oder Traganth zugesetzt, jedoch auch beim jedes-maligen Gebrauche die Mirtur gut umgeschüttelt werden muß, weil sichder Campher absondert und obenauf schwimmt. In Pillen wird der Caw-pher schon durch die gewöhnlich in die Zusammensetzung kommenden Er-tracte, oder andernfalls durch Schleim gebunden, wobei es zweckmäßig ist-die Pillen in einem zugestopften Gläschen zu verwahren. In Aethcr oderätherhaltigem Weingeiste aufgelöst kann der Campher auch in Tropfenformgegeben werden, wäßrige Flüssigkeiten scheiden aber den Campher darausab. Aeußerlich wird er in Weingeist, in fetten und ätherischen Oeleu auf-