6s»cer 209
gelöst, mit Salben gemischt n. s. w. angewendet; aus der spiritnosen Auf-lösung scheidet Wasser den Campher ab.
6SNV6I-. Die Steine. Krebssteine.
Concrcmcnte aus dem Magen des Lsnaar ^skncns l-inn.oder ^stacus üuviatilis knbricüi, eines KrustenthieresDeutschlands.
Weiße, kreisrunde, oberhalb convere, unterhalb mit einem er-habenen Rande concave Steine von blättrigem Gewebe. Sie beste-hen vorzüglich aus kohlensaurem Kalke uud Gallerte, welche nachder Auflösung in concentrirtem Essig zurückbleibt.
Die Flußkrebse halten sich in langsam fließenden Bächen auf; sie fressenAas, Würmer, Schnecken. Im Winter stecken sie in Uferlöchern. Beischwülem Wetter und bei bevorstehenden Gewittern kommen sie hervor. Sieschwimmen meistens rückwärts. Der ganze Körper ist mit einer kalkartigenSchale bekleidet. Sie häuten sich im August, und die nesse Schale erzeugtsich sehr bald wieder. An dieser Zeit der Wechselung der Schale erzeugensich an beiden Seiten des Magens, der sich auch häutet, diese kalkartigenConcretionen, von denen man glaubt, daß sie zur Wiedererzeugung derSchale dienen; denn so wie die neue Schale allmälig härter wird, ver-schwinden die Krebssteine allmälig wieder.
Um sie zu erhalten, läßt man die Krebse in Haufen über einander fau-len, oder man zerstampft sie, und rührt sie mit Wasser um, damit sich dieSteine abscheiden uud zu Boden sinken. Hierauf werden sie ausgewaschenund getrocknet. Die weißen und schönsten kommen aus Polen und Rußland,vorzüglich von Astrachan. Sie sind scheibenförmig, auf der einen Seite er-haben, auf der andern flach, in der Mitte vertieft, und hier rund herummit einem vorspringenden Rande versehen (wodurch sie einige Aehnlichkeitmit einem Auge bekommen, daher die Benennung Krebsangen), glatt, hartund fest, von weißer oder etwas rötylicher Farbe, einem blättrigen Ge-webe und erdenartigem Geschmacke. In verdünnter Salpeter - oder concen-trirter Enigsäure aufgelöst hinterlassen sie eine gallertartige Haut, welchedie Figur der aufgelösten Steine hat. Sie bestehen aus iz Th. kohlen-saurer Kalkerds mit etwas phosphorsaurer Kalkerde und 2 Th. Gallerte.Wenn sie in kochendes Wasser getaucht werden, so nehmen sie eine rosen-rothe Farbe an, die eine Abstufung der hochrothen Farbe ist, welche dieSchale des Krebses beim Kochen annimmt. Häufig werden jedoch die Krebs-steine in kochendem Wasser nicht rosenroth, sondern violett, blau oder grün-lich; vielleicht liegt die Ursache darin, daß man meistens die Krebse ver-faulen laßt, um die Krebssteine zu erhalten, und daß die Fäulniß noth-wendig auf den darin enthaltenen Farbestoff Einfluß hat.
Die etwa vorkommenden, aus Kreide oder Thonerde künstlich bereitetenKrebssteine sind sehr leicht zu erkennen, da ihnen, die blättrige Zusannneu-Dulk' s vreuß. Pharmak. I. ^