Lanella slbs
211
röthlichweiß, die innere Seite ist mit einer sehr dünnen weißen Bastlagebedeckt. Sie ist fest, aber leicht zerbrechlich, auf dem Bruche dicht körnig.Sie bat einen scharfen, aromatischen, nelkenartigen, etwas bittern Geschmack,und einen vorzüglich beim Zerstoßen angenehm gewürzhaften Geruch.
Von der Winter'schen Rinde unterscheidet sie sich durch die bedeutendgrößern Stücke, durch die dicke und braune Farbe der ersteren.
Das Kräftige und Wirksame der Rinde liegt vorzüglich im ätherischenOele, das im Wesentlichen mit dem Gewürznelkenöleübereinsiimmt. DurchDestillation der Rinde mit Wasser wird es bald wasserhell, bald gelb vonFarbe erhalten; nach Sloane ist es schwerer als Wasser.
In neuern Zeiten ist sowohl diese Rinde, als die Winter'sche häufiguntersucht worden. Henry (Taschenbuch 1821. S. ini; Berl. Iahrb.XXIV. i. S. 188.1 gewann durch Destillation mit Wasser ein leichtesgelbes Oel von dem Gerüche und beißenden Geschmacke der Rinde. DurchBehandeln mit Aether, Alkohol und Wasser wurden die übrigen Bestand-theile der Rinde abgeschieden, und aus loon Th. des weißen Kanehls er-halten : ätherisches Oel s; Harz ohne merkliche Schärfe 200; Ertractivstoffmit Farbestoff zn; Schleim 8»; Stärkemehl, Eiweißstvff, essigs. Kali,essigs. Kalk, salzs. Kali, salzs. Talk, orals. Kalk und Rindensubstanz S85.20 Grammen der ganzen Rinde hinterließen 2,1 Gr. Asche, aus kohlens.Kali, salzs. Kalk, kohlens. Kalk und Talk bestehend.
Henryhat auch die Winter'sche Rinde untersucht (siehe "Winteranur),und nach diesen Untersuchungen lassen sich auch beide Rinden sehr gutchemisch dadurch unterscheiden, daß der kalte wäßrige Aufguß des weißenKanehls weder den salpetersauren Baryt noch das schwefelsaure Eisenorydulfällt, wogegen der Aufguß der Winter'schen Rinde mit beiden ReagentienNiederschlage giebt.
Später haben die Herren Petroz und Robinet (Taschenb. 1824.S. -04., Verl. Jahrb. XXIV. 2. S. 98., Schweigg. N. I. V. S. 212.)gleichfalls den weißen Kanehl analysirt. Sie erhielten durch die wäßrigeAusziehung eine eigenthümliche zuckerige Materie, deren Geschmack sich demdes Melonenzuckers nähert, die in den meisten Verhältnissen mit dem Zuckeraus krsxinu-i Ornus oder aus der Manna (dem Mannaftoffe, Mannit)übereinstimmt und welche sieCanellin nennen. Ihr Verfahren ist folgen-des. Die Abkochung setzt nach ihnen beim Erkalten eine harzige Substanz ab,und giebt dann coucentrirt eine sehr bittere, etwas zuckerige Masse ab, mitkleinen Krystallen vermengt. Die bittere Masse läßt sich durch Alkohol weg-nehmen, worauf das Canellin in weißen Krystallen erhalten wird.
Das Canellin schmeckt angenehm, etwas zuckerig, und löst sich leichtin Wasser zu einem Syrnp auf. Absoluter Alkohol nimmt nur einen kleinenTheil desselben auf, und setzt ihn beim Erkalten wieder ab. Durch Behand-lung vieler Salpetersäure wird es in Kleesäure verwandelt; mit Fermentversetzt geht es (dem Mannastoff ähnlich) nicht in Gährung über; beim Ver-
14 r»