Osnttiariäes
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Gmelin nennt das blasenziehende Princip, das Kantharidin, Kantha-ridencampher. Die Krystalle schmelzen nach seinen Versuchen in der Wärmezu einem gelben Oele, welches beim Erkalten strahlig erstarrt; bei stärkeremErhitzen verdampfen sie als ein weißer Nebel, und legen sich als ein weißeskrystallinisches Sublimat unverändert an. Indessen stimmen seine sonstigenEigenschaften, der Mangel an Verdunstbarkeit in gewöhnlicher Temperatur,die Unanflöslichkeit in kaltem Alkohol, nicht mit den Eigenschaften des Cam-phers überein, so daß es nicht zu demselben gezahlt werden kann.
Auch aus der oben erwähnten vi«-ta hatDa na zu Cambridgein Nordamerika (Schw. I. XXX. S. 247.) durch ein ganz ähnliches Ver-fahren krystallinische Blättchen dargestellt, welche zwischen den Fingern ge-rieben Jucken und Rothe verursachten. Die ostindischen Kanthariden ent-halten gleichfalls viel blasenziehendes Princip, auch Harnsäure. Beim Trock-nen geben sie Ammoniak aus. Das aus dem wäßrigen Ertract ausgezogenealkoholische Ertract ist dunkelbraun, und verbreitet ganz den Geruch desgeistigen Ertracts aus dem eingedickten Urin.
Nach Farines (Trommsd. N. I. XIV. 2. 1827 . S. 22g.) enthältnur das Fleisch der Kanthariden die wirksamen Bestandtheile; ein aus denhornartigen harten Theilen bereitetes Pflaster zeigte nur nach langer Zeiteine geringe Wirksamkeit. Auch Zier (Brandes's Archiv XXIII. S. 2S.)giebt den Leib als den Hauptsttz des Kantharidins an, mit Ausschluß seineräußern Häute, doch sind die Flügeldecken, Flügel, Füße nicht aller Kräfteberaubt.
Die Kanthariden sind, ihrer heftig wirkenden Eigenschaften ungeachtet,sehr dem Zerfressen durch Jnsecten, als?tinui luv, ausgesetzt (Zusammen-stellung der Abhandlungen von Der Heims, Guibourt und Man-ch e t t i über die Jnsecten, durch welche die Kanthariden zerstört werden,von Brandes im Archiv XXIV. S. 262.); ihr heftigster Feind ist^n-tkrenur muroorum, denn wenn die Anthrenen erscheinen, so werden dieandern Jnsecten zerstört. Gerade die fleischigen, das wirksame Princip vor-zugsweise enthaltenden Theile werden zerstört, und die hornartigen Theilegeben einen dumpfigen, aus feuchten zerbrochenen Stücken bestehenden Rück-stand. Vorzüglich ist das Pulver der Kanthariden diesem Verderben unter-worfen, das nur gröblich und nicht auf lange Zeit vorräthig seyn muß,und welches, im Fall des Verderbens durch Würmer, statt des grünlich-grauen Aussehens, ganz grau aussieht, locker und wollig ist. Um die Kan-thariden vor dem Verderben zu schützen, empfiehlt Derheims (Geiger'sMagazin März 1828. S. 226.) Chlorkalk, von dem jedoch erst durch Ver-suche ausgemittelt werden müßte, ob das entweichende Chlor keine Wirkungauf das blasenziehende Princip äußere. Andere Substanzen, als Campher,Steinöl, Terpeukhinöl hatten nicht völlig geschützt, was durch kohlensauresAmmoniak und Kali besser erreicht wurde; es zeigten sich im Verhältnissenur wenig Jnsecten. Bianchetti empfiehlt die Kanthariden in eine Fla-sche zu bringen, iu die man vorher etwas Weingeist gethan hat, und sie