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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Oavlina -29

gelb und rundlich find, am angenehmsten und süßesten schmecken, sichaber nicht länger als ein Jahr balten.

In der Levante wendet man eine besondere Operation/die Capriflca-tion, an, um die Feigen zu zeitigen und recht groß zu bekommen. Mannimmt Zweige von einer Art wilden Feigenbaumes, Lapristour genannt,und schüttelt dieselben über die cultivirten Feigenbäume, wenn diese blühen.Jene beherbergen nämlich eine Art von Gallinsecten (6^mp5 ?renes), welcheauf die cultivirten Feigenbäume geschüttelt in die Fruchtböden hineinkriechen,und dadurch einen starken Zufluß der Säfte nach diesen Theilen veranlassen,welche nun, jedoch wahrscheinlich nicht ohne Erschöpfung des Baums, sehrviel großer werden, als ohne diese Caprification. Obgleich dadurch derErnteertrag so bedeutend vergrößert wird, daß ein Baum biS zv» Pfundliefern soll, wogegen er in der Provence und Italien, wo man die Capri-fication nicht anstellt, selten über rs Pfund trägt, so stehen jene Feigendoch auch an Güte und Süße bedeutend nach, weil ste, damit die hinein-gelegten Eier der Jnsecten nicht auskommen und die Früchte verderben,durch eine starke Ofenhitze getrocknet werden müssen, wodurch sie etwas anAnnehmlichkeit verlieren. Geiger und Reimann (Geiger'sMagazin.Novbr. 1827. S. 145 .) haben den Milchsaft von kiour Larica, der im Sep-tember gesammelt worden, untersucht; derselbe bestand aus einem elastischenHarze (vergl. Lautrcliucl!), welches sich jedoch wesentlich vom gewöhnlichenFederharze durch seine weiche und weit weniger elastische Beschaffenheitunterscheidet, und welches, hinsichtlich seines Verhaltens gegen kochendenAlkohol, aus zwei verschiedenen Substanzen besteht, von denen die einedem Cerin ähnlich ist; einem nicht in Aelher löslichen Harze; Gummi(2 Procent); Eiweißstoff; Ertractivstoff; einer geringen Menge von schwe-felst , salzs. und pflanzensauren Salzen und riechender Substanz; Wasser.

Zum Arzneigebrauche wählt man gewöhnlich die weichen, klebrigen,sehr süßen, etwas durchscheinenden Feigen (Lariess xlnguer) aus. Dieweiße, zuckerartige, die Oberfläche der Feigen überziehende Materie istzwar ein Merkmal ihrer Güte und Reife, zugleich aber auch ein Zeichenihres nahen Verderbens. Veraltete, harte, trockne, sehr dunkelgelbe,stark mit Auckerstaub überzogene, von Milben angefressene, geschmackloseund bitterlich schmeckende Feigen find verwerflich.

**Osr1ina. Die Wurzel. Eberwurzel.

Larlina scsulis Qinn. Die stengellose Carlina. Eberwurz.

Abbild. Düffeld. Samml. offic. Pflnz. Lief. XIV. Taf. 8.

Hayne Arzn. Gew> Bd. X. Taf. 25.sexual. 61. XIX. Deck 1. segualls.

Orcl. nslural. 8 ^nk>ntliere»e Hicki. Vrii>. Oinarocephalss lluss.

Man findet diese Pflanze in mehreren Gegenden Deutschlands auftrocknen Bergen. Aus der perennirendm, ästigen, fleischigen, im frischenZnnande gelblichen Wurzel kommen zahlreiche Wurzelblätter, die oft einengroßen Rasen bilden, hervor. Diese Blätter sind ungefähr einen Fußlang,