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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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231
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in vielen Gegenden Europas in Gärten und Feldern gezogen. Bei unssieht man sie zur Zierde in Gärten.

Die Wurzel ist spindelförmig/ etwas ästig und faserig. Der aufrechte,unten einfache, oben etwas ästige Stengel ist rund, hart, holzig, glatt underreicht eine Höhe von beinahe 2 Fuß. Die Blätter sind abwechselnd, auf-sitzend, einfach, »»getheilt, eiförmig, spitz, gezähnt, glatt, etwas scharf.Die am Ende der Zweige stehenden Blütbenkvpfchen enthalten auf einemfleischigen, gewölbten, mit fein zerschlitzten Sprenblätkchen besetzten Blüthen-boden zwittrige Röhrenblüthchen von goldgelber Farbe. Die Hüllevommuniü) ist eiförmig zugerundet, besteht aus aufrechten, steifen, am Endedornigen Schuppen; die äußersten Schuppen sind unten verschmälert, blatt-artig, abstehend. Die Fruchte eiförmig-laugliche, glatte, abgestumpfte,etwas zusammengedrückte Akenen, von weißlicher Farbe, ohne Saamenkrone.

Der Saflor blüht im Juli und August, und der Saame reift im Herbste.

Die Blüthen sind von schwachem aber eigenem Gerüche und Ge-schmacke. Sie wurden früher als Arznei gebraucht, jetzt aber nur zurFärberei. Man zieht die vstindischcn, die im Handel den Namen türki-scher Saflor (klares Ositlismi tureici) führen, den in Deutschland ge-bauten vor, weil erstere einen reichlichem und bessern Farbestoff enthal-ten, deswegen auch schon weit dunkler und gesättigter gefärbt sind.

Die Blumen enthalten zwei verschiedene Farbestoffe, einen gelben,in Wasser auflöslichen, und einen rothen, in Alkalien auflöslichen. Dererstere wird, als in der Färberei unbrauchbar, durch Wasser mit einemgeringen Zusätze von Essig weggespühlt, der rothe aber mit Hülfe einesAlkali aufgelöst, und durch ein Pflanzensalz auf Seide, die er rothfärbt, oder als Lack niedergeschlagen, welcher auch als Schminke benutztwird. Dieser rothe Farbestoff, in Alkohol, nicht in Wasser auflöslich,ist Carthamin genannt worden, und ist eins mit Döbereiner'SCarthaminsäure. (Schw. I. XXVI. S. 266.)

Nach Dufvur(Gmelin's Handb. H. S. 1S87 und Gehlen 3. 499.)enthalten die Saflorblütben in ioo: Wachs o,9; Harz o,3; harzigesSaflorroth o,5; ertractiven gelben Farbestoff nebst effigst, schwefelst undsalzs. Kali und schwefelst Kalk 3i,o; Holzfaser 49,6; Eiweißstoff z,z;Theilchen der Pflanze und Sand 4,6; Bitter- und Alaunerde 0,5;Eisenoryd 0,r; Wasser 6,r; Verlust o,7.

6-zl-vi. Das Oel. Kümmelöl.

Ein chemisches Präparat aus dem Saamen von 6arnm Larvieiner ausdauernden Pflanze Europas.

Das ätherische Oel, frisch gelblich, hernach in eine braune

Farbe übergehend, übelriechend. Spec. Gew. ---- o,9S.

Das Kümmelöl hat einen brennenden Geschmack. Mit rauchender Sal-petersäure giebt es ein schmieriges, schwarzes Harz; Gren und Grstt-