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sammelt und getrocknet mit einem gewürzhasten etwas nelken-artigen Gernche und Geschmacke begabt. Sie werde im erstenFrühlinge von trocknen Orten gesammelt, und nicht über ei»Jahr aufbewahrt. __
6 sum urbanum b.Inn. Gemeines Geum; Benedictenkraut.
Abbild. Düsseld. Samml. vfsic. Pfluz. Lief. VI. Taf. 7.
Hayne Arzn. Gew. Bd. IV. Taf. zz.
8^sk. rexusl. 61. XII. Orcl. 2. Icorsnckris
6>rcl. nalursl. bt->5Scese.
Diese Pflanze findet sich durch ganz Europa, und ist ziemlich gemeinin Gebüschen, an Waldwegen und »»gebauten Orten.
Die Wurzel, welche jung bloß faserig ist, bildet spater einen ziem-lich dicken Wurzelstvck, welcher mit braunen, dünnen, trocknen Schuppenbedeckt und mit vielen Fasern versehen ist. Der aufrechte Stengel, wel-cher eine Höhe von 1—2 Fuß und drüber erreicht, ist eckig, etwasrauh und zottig, oben ästig, etwas vorwärts gebogen, und am Grundegewöhnlich von braunröthlicher Farbe. Die Wurzelblätter sind gestieltund unterbrochen-leierförmig-gefiedert, oft, besonders die Blattstiele,durch abstehende Haare zottig; 2— 2 Paare eiförmig-zugespitzter gesägterFiederblättchen werden unterbrochen durch ganz kleine um ; kürzere af-terblattähnliche Fiederblättchcn; das unpaarige, sehr viel größere undbreitere Blättchen ist dreispaltig, stumpf. Die abwechselnd stehendenStengelblätter, oft tief dreitheilig oder wirklich gedrcit, länglich-zugespihtgesägt, nach der Spitze des Stengels zu immer kürzer gestielt, bis dieobersten fast fitzend, eingetheilt oder in 2 Lappen einzeschnitten sich zei-gen. Asterblätter eiförmig-rundlich, ebenfalls gesägt. Die kleinen, ge-wöhnlich aufrechten, gelben Blumen stehen einzeln an der Spitze auflangen, zottigen, runden Stielen. Der Kelch ist einblättrig, zehnspal-tig, die Blnmenkrone sünfblättrig, rosenförmig geöffnet.
Die Pflanze blüht vom Mai bis Juli.
, Die Wurzel wird im April und Mai, zu der Zeit, wo sich dieBlätter zu entwickeln beginnen, von trocknen und bergigen Standorte»eingesammelt. Sie ist auswendig dunkel bräunlichroth, inwendig gelb-weiß, gewöhnlich mit einem rothen Kern versehen, von der Dicke einesPfeifenstiels bis zur Dicke eines kleinen Fingers. An ihrer Hauptwurzelbefinden sich viele lange spindelförmige Fasern. Sie hat, besonders imfrischen Zustande, einen balsamischen, schwach nelkenartigen Geruch, undeinen ähnlichen, zugleich etwas zusammenziehenden und herb bitterlichenGeschmack. Sie muß vorsichtig getrocknet und gut aufbewahrt werden,damit sie nicht ihre Kräfte verliere.
Eine Verwechselung mit den viel länger» und brauner gefärbten Wurzelndes Wassergaraffels, Wafferbenedictenkrautes (Ooum ri v-cke Oinn.), läßt sichauch leicht an dem gänzlichen Mangel des gewürzhasten Geruchs erkennen.