Cultur fodert. Nach Rumpf's Berichte erlangt der Baum untergünstigen Umständen ein Alter von 100 Jahren.
Der Stamm erreicht die Höhe unserer Kirschbäume; seine Aeste, dieschon in einer geringen Entfernung vom Boden entspringen, bilden eineimmergrüne, pyramidenförmige, mit unzähligen schönen rosenfarbenenBlüthen geschmückte Krone; seine Wurzeln gehen gerade und sehr tiefin den Boden. Die dünne glatte Rinde hängt dem schweren und dich-ten Holze fest an, sie ist an den jungen Zweigen von graulichweißerFarbe. Die Blatter sind entgegengesetzt, länglich - lancettförmig, auf derobern Seite dunkelgrün, glänzend, auf der untern aber blässer grün,r — 4 Ivll lMg und 40 — 15 Linien breit. Die Blüthen bilden drei-theilige Doldentrauben an der Spitze der Aeste. Die Kelche sind läng-lich , trichterförmig, an der Spitze in eine viereckige Scheibe erweitert,und mit vier kleinen Kelchzähnen besetzt, rm Anfang grün, später roth.Die Blumenkrone besteht aus vier kleinen abgerundeten, concaven, hin-fälligen , blaß rosenrothen Blumenblättern, die vor dem Aufblühen einekopfförmige Knospe bilden. Die zahlreichen Staubfäden entspringen ausdem Kelche; sie sind länger als die Blumenblätter, an der Basis breiter,glatt, weiß; die Antheren sind oval, blaßgelb. Der längliche Frucht-knoten ist von dem Kelchrohre umgeben, welches mit ihm verwachst.Die Blüthen verbreiten einen sehr angenehmen durchdringenden Geruch,den sie auch nach dem Trocknen beibehalten. Die Frucht ist eine ovale,trockne, einsaamige Beerenfrucht.
Alle Theile dieses Baumes sind ausnehmend gewürzhaft, was aberbei den noch nicht entfalteten Vlüthenknospen am hervorstechendsten ist.Diese werden daher sorgfältig gesammelt, und theils an der Sonne,gewöhnlich aber durch Rauch getrocknet, nachdem sie vorher in heißesWasser getaucht worden; die Ernte fällt in die Monate October bis De-cember. Es sind dies die bekannten Gewürznelken, Gewürznägelein. Ihroberer Theil besteht aus den vier noch geschlossenen Blumenblättern, dieeine Art von Kopf bilden, welcher leicht abfällt; unter dem gleichfallsvierblättrigen Kelche befindet sich der Fruchtknoten, der von dem Kelcheeingeschlossen wird, welcher sich in eine lange Kelchröhre endigt, so daßdas Ganze die Gestalt eines kleinen Nagels annimmt. Gute Gewürz-nelken haben eine dunkel rothbraune Farbe, sind auf dem Bruche roth»braun, leicht zerbrechlich, indem nur die äußere Rinde Widerstandleistet, und geben mit den Fingern gedrückt Oeltheilchen aus; ihr Geruchist stark, eigenthümlich, angenehm, balsamisch, der Geschmack brennendgewürzhaft, etwas bitterlich scharf, auf der Zunge anhaltend.
Die vorzüglichsten Gewürznelken sind die molukkischen, die aufeinem höchst dürren, heißen und beinahe verbrannten Boden wachsen;die cajennischen rc., welche schlanker, spitziger, trockner und weniger ge-würzhaft sind, werden weniger geschätzt.
Von neun-, zehn - bis zwölfjährigen Bäumen werden jährlich 400 bis