Buch 
1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
Entstehung
Seite
243
JPEG-Download
 

(lassia olnnainoines

gen, an beiden Enden und in der Mitte zusammengebundenen Bündchen.Sie ist mit in der Länge theils gerade durchlaufenden, theils gewundenenhellfarbigen Adern bezeichnet, von ebenem bläfferm Bruche, bald in halbst-niendicke platte Röhren zusammengerollt, bald in starkem, über eine Liniedicken und 56 Linien breiten, platten Stücken. Sie behält ihren eigen-thümlichen Geschmack und Geruch länger, läßt sich aber nicht zu eistemso feinen Pulver als der ächte Aimmt bringen. Bei der Destillationliefert sie über doppelt so viel ätherisches Oel, als der ächte Aimmt,welcher in einem bedeutend höher» Preise steht.

Diese Aimmtforte wird bisweilen mit dem Mutterzimmt ((Hs li-xnes), der Rinde des in Ostindien, vorzüglich in Malabar wachsenden Mut-terzimmtlorbeers (b>»urus lVIslaballirum verwechselt. Diese Rindebesteht, wie die Aimmtforte, aus röhrigen und platten, auf frischem Brucheglatten, nicht faserigen Stücken, die sich auch durch ihre dunklere Farbe,rauhere Oberfläche, ihren weit schwächer» Geruch und Geschmack, undvorzüglich durch den vielen Schleim, den sie beim Kauen und Kochenmit Wasser geben, unterscheiden. Der Aufguß oder Absud des Pulversmit kochendem Wasser erkaltet zur Gallerte. Bei der Destillation erhältman zwar ein milchiges Wasser, aber es soll sich davon kein Oel abson-dern lassen. Es kommen davon -im Handel verschiedene Sorten vor,die sich durch ihre größere und geringere Güte unterscheiden.

Nach einer von Bucholz (Taschenbuch 1814. S. 1.) angestelltenAnalyse enthalten looo Th. der Aimmtcassia: ätherisches Oel 8; eigen»thümliches Harz 4v; besondern gummigen Ertractivstoff 146 ; braunge-särbten Rückstand traganrhartiger Natur, und Holzfaser 645; Verlust,der wahrscheinlich in Feuchtigkeit (aber auch in ätherischem Oele, dessenMenge zu gering angesetzt wird) bestand, 16Z. 8. iooo.

Büchner (Report. VI. S. 1.) erhielt aus einer Aimmtcassie, dieetwas blässer, mehr gelb war, eine glattere Oberfläche, ebenern Bruch,größere Feinheit der Röhren und schärfen: Geschmack als die gewöhnli-che hatte, ein milchiges Iimmtwasscr, asis dem sich kein Oel absetzte,das aber nach einigen Wochen eine weiße Substanz in glänzenden Na-deln absetzen ließ, die zwar einen zimmtähnlichen Geruch und reizendenGeschmack hatte, aber bei genauerer Untersuchung sich als Benzoi-säurezeigte, die ihren Geruch und Geschmack den anhängenden Oeltheilchenzu verdanken hatte. Auch das Wasser reagirte noch sauer.

Die Aimmtcassia wird in Pulverform zur Bereitung der pharmaceu-tischen Präparate gebraucht.

** Oasgiskinnsrnomea. Die Blüthen. ZiMMtblttthen.

Die Aimmtblüthen wurden bald von Oauru! Linnamomum, bald vonl.. 6-ttsis hergeleitet; die Gebrüder Nees v. Esenbeck halten es aberfür wahrscheinlich, daß sie von O. lVIalsbsUirrim kommen. Soviel läßt sich

46