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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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292 Chinarinden

litten habe, und kein pariser Arzt ihn habe heilen können; man habe alsoTalbor'n nach Paris berufen, welcher den Dauphin hergestellt habe.

Der Ruf der China wurde durch dergleichen glückliche Euren so voll-kommen wieder hergestellt, daß La Fontai ne im Jahr 1682 ein Gedichtüber die China (?»sme Zu ymmzuinL) herausgab, in welchem ausdrücklichder Heilung C ondvs und Colbert's, jedoch nicht des Dauphins, Er-wähnung geschieht, was ohne Zweifel geschehen wäre, wenn die Sache sichwirklich so verhalten hätte. Nach einigen Schriftstellern wurde TaIbvr' 11von Ludwig XIV. das Geheimniß seines Fiebermittels, behufs der öf-fentlichen Bekanntmachung, für 2000 Louisd'or und eine Jahresrente von2000 Livres abgekauft, auch dem Erfinder die Ritterwürde ertheilt, und einzehnjähriges Monopol zum Verkaufe seines Heilmittels bewilligt, wovoneine einzige Dosis zu Paris einen Louisd'or, ein Pfund 100 Louisd'or ge-kostet haben soll. Hierdurch wird es leicht erklärlich, daß Tal bor, derim Jahr 1631 starb, außerordentliche Schätze hinterließ.

Die botanische Kenntniß des Chinabaums beginnt erst mit La CSa-tz am ine , aisolroo Jahre nach ihrer Einführung in Europa. Dieser Ge-lehrte, eigentlich Mathematiker, war mit einigen andern Gelehrten von derfranzösischen Regierung nach Südamerika gesandt worden, um dort die Lau-ge einiger Grade des Meridians von Quito zu messen, umfaßte aber, wieHumboldt sagt, alle Theile des menschlichen Wissens mit unbeschreib-licher Lebhaftigkeit. LaE 0 ndamine reiste am 20. Mai 1757 von Quitonach Lima ab, und die erste ziemlich vollständige Beschreibung dc§ China-baums, welche auch Linus bei seiner Aufstellung des Genus Lincb-w-izum Grunde legte, erschien von diesem Gelehrten 17Z8 in den Memoirender königl. Akademie der Wissenschaften. Er leitet übrigens den NamenQuina aus der sogenannten Quichoasprache (der Sprache der alten Perua-ner zur Zeit der Inkas) ab, in welcher das Wort Quina mit dem spani-schen Worte Manteuilla gleichbedeutend sey, bei der Armuth jener Spracheaber vermuthlich, wenn von einem Baume die Rede gewesen sey, die Rinde den Mantel des Baumes bedeutet habe; yuina yuina heiße demnachso viel als die Rinde aller Rinden, vortreffliche Rinde.

Auf La Condamine folgte 1739 Joseph v.Jussieu, welchergleichfalls die Gegenden um Lvra besuchte, auch seine botanischen Ercmsio-uen etwas nordwestlich von Lvra ausdehnte. Jac quin, welcher sich inden Jahren 1751 bis 59 in Westindien aufhielt, entdeckte außer den bisdahin aufgefundenen zwei Arten von Linciwns, nämlich die jetzige 6on-l»-winen ikumb. und die corZilolia lVIutis, welche beide damals aber zusam-men von L inn--' unter der Benennung Qinchons o/liRus!» begriffen wa-ren, auf Euba und St. Domingo eine neue Art, die er 6. osribse» nannte.Diese und 6 . kloridunZs dwsrtrü sind die beiden merkwürdigsten der aufden Antillen vorkommenden Arten. Nach und nach boten die westindischenInseln, die Südsee und selbst Ostindien mehrere Chinaarten dar, die jedochspäter von den eigentlichen Chinabäumen. getrennt, und deren Rinden auch