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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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Der Geruch derRiude ist schwach lvhartig, etwas reizend, der Ge-schmackanfangs holzig und fade, dann nur wenig bitter und zusammenzie-hend, überhaupt schwächer, als bei allen übrigen Chinasorten.

Das Pulver hält das Mittel zwischen Zimmtfarbe und Ockergelb.Diese Sorte kommt wie die vorige in rrommelartigen Seronen undhalben Kisten. Röhren finden sich nur selten, desto mehr flache Stücke,Fragmente, Grus und Staub.

Es kommt im Handel noch eine hiezu gehörige Sorte vor, die eineweit dunklere Farbe hat, nämlich eine mehr röthliche, die bis ins hell Ka-stanienbraune übergeht; auf der Unterfläche ist die Farbe mehr zimmtbraun-Die Rinde hat eine etwas festere Consistenz, sonst ist sie nicht verschiede».

Die nur in geringer Menge vorkommenden Flechten sind: Hielotrem-ballianum; U^i-enula poeinoi'üer und Uiroolor; Uarmelia mel-uioleucäUnd lärnea üori'üa 6 Linokwnse.

6Kios. Rothe Rinde. Rothe Chinarinde.

Oinckona snAustitolia ktiair? Ein Baum des südliche»Amerikas.

Eine der vorigen sehr ähnliche Rinde, nur durch die rothe Farbeder innern Lage verschieden, so daß sie von einer Varietät genom-men zu seyn scheint.

Die Chinarinden seyen von einem eigenthümlichen nur durchUebung zu erkennenden Geschmacke, und von einem gleichsamdumpfigen jedoch gewürzhaften Gerüche. Das mit kaltem Wasserbereitete Jnfusum der braunen Rinde sey von der Farbe des weiße»Franzweins, niemals ins Braune übergehend, aus der rothe»Rinde von gelbrother Farbe; das erkaltete Decoct werde milchig.Das Jnfusum werde von Brechweiusteinauflösuug mehr oder weni-ger getrübt, desgleichen von der Galläpfeltinctur; von der Auslö-sung des trocknen salzsaurm Eisenoryduls werde 'es smaragdgrüngefärbt.

Es ist sehr möglich, daß unsere jetzige rothe China dieselbe Art ist, de-ren schon die ältesten Reisenden in Südamerika erwähnt haben. La Con-damiue erklärte die rothe Fieberrinde für besser als die gelbe, und Zo-se p h v. I u ssie u bemerkt, daß die rothe China diejenige sey, welche zu-erst in Gebrauch gekommen und in Peru am meisten geschätzt werde. Wenndas Jahr »779 als der Zeitpunkt angegeben wird, in welchem die rotheChina zuerst nach Europa gekommen, so ist diese Annahme viel zu M-denn aus den von v. Bergen gesammelten Nachrichten geht hervor, daßman diese China schon seit mehr als 100 Jahren in Europa gehabt, solche