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aber in früheren Zeiten zum Theil ganz verkannt habe. Doch hat mit demJahre 1779 erst eigentlich unsere nähere Kenntniß dieser Rinde angefangen.
Als Mutterpflanze der rothen Fieberrinde wurde von den meistenAutoren sehr bestimmt die Linckona oblongikolia lVIniis angegeben,welcher Angabe selbst Hayne beistimmte. V. Bergen spricht als be-stimmt die Meinung aus, daß es noch unbekannt ftp, von welcher Spe-cies die rothe China abstamme.
Diese Chinasorte kommt vor in Röhren und flachen Stücken.
a) Feine, mittlere und dicke Röhren von 2 Linien bis t; Zoll Durch-messer. Dicke der Rinde s — 2 Linien, Länge 2—12 Zoll und drüber.Röhren von 9 —12 Zoll Lange kommen aber nicht häufig vor. Die ge-schlossenen Röhren sind oft spiralförmig gewunden.
b) Mehr oder minder etwas gebogene oder ganz flache Stücke von un-regelmäßiger Form. Größtentheils Rinden vom Stamme oder von starkenZiesten. Diese Stücke finden sich von allen Dimensionen, von 1 — 5 ZollBreite, r Zoll bis 2 Fuß Länge, und i — - Zoll Dicke. Die Schichten:Oberhaut, Rinde, Bast und Splint, finden sich alle, und in der Regelfehlt keine ganz. Sehr selten kommt die Borke allein ohne den Splint vor.Etwas häufiger fehlt hin und wieder die Borke, wo dann stellenweise derSplint unbedeckt erscheint. In der Dicke verhalt sich die Borke gegen denSplint gewöhnlich wie 1 gegen s.
Die Oberfläche der feinen und Mittelröhren zeigt gewöhnlich viele derLänge nach laufende, mehr oder weniger genäherte, oder in einander über-gehende, wellenförmige Runzeln. Bei den dicken Röhren und flachen Stückengehewdiese Runzeln, zwischen denen sich hin und wieder auch Längsfurchenzeigen, oft in Erhöhungen über, die zum Theil als rundliche, mehr aberals etwas längliche Warzen erscheinen, welche von leicht zerreiblicher, ge-wöhnlich etwas körniger Consistenz sind, und auf Mittelröhren äußerst sel-ten, auf feinen gar nicht vorkommen. Querriffe kommen auf der rothenChina nur sehr selten vor. Die Farbe der feinen und des meisten Mittel-röhren wechselt zwischen dem Rehgraucn, hell Etchelbraunen und matt Roth-braunen ab, indessen sind die beiden ersten Farben die vorherrschenden. Beiden dicken Röhren (auch einigen mittlern) und flachen Stücken ändert sichdie Farbe vom Rothbraunen bis zum Kastanienbraunen, oft mit etwas Pur-purschimmer verbunden. In der Regel nimmt bei Waaren von gleicherFrische mit der Dicke der Röhren und flachen Stücke auch die stärkere Fär-bung derselben zu. Sowohl die Röhren als die flachen Stücke sind oftentweder nur stellenweise, oder beinahe überall mit einem weißlichgrauenoder gelblichweißen Ueberzuge versehen, welcher entweder aus der Ober-haut, oder den sie bedeckenden Fleckten besteht; wo die Borke stellen-weise fehlt, da zeigt die Oberfläche des Splintes gewöhnlich eine schmutzi-ge, oft etwas röthliche Zimmtfarbe.
Die Unterfläche ist bei feinen und Mittelröhren zartfaftrig, wird aberimmer grobfasriger, bis ins Splittrige übergehend, je mehr die Rohren an
Dulk' s prcuß. Pharmak. I. 2 b