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** Oiclloriuin. Die Wurzel. Cichorienwurzel.
Lickorium ittinn. Gemeine oder wilde Cichorie; Ge-
meiner Wegewarr.
Abbild. Hayne Arzn. Gew. Bd. ll. Taf. 24.
8^rk. rexusl. LI. XIX. Orcl. 1. 8)-ngeneri» Legoslir.
Orü. NKlural. 8^n»nlliereLe. IHb. LicflorsceLi! äuir.
Die gemeine Cichorie, eine ausdauernde, nach Andern nur zweijährigePflanze, wächst in ganz Europa und findet sich fast durch ganz Deutschlandau ungebauten Orten, an den Wegen und andern freien Gegenden. Manbaut sie häufig aufFcldern und in Märken, wo sie stärker und größer wird.
Die gerade in die Erde gehende Wurzel ist lang, spindelförmig, obenästig, fast fingersdick, mit kleinen Fasern besetzt, außen bräunlichgelb, in-wendig weiß fleischig. Der Stengel ist aufrecht, eckig, steif, etwas rauh,abwechselnd ästig, und erreicht eine Hohe von 2 - 4 Fuß. Die dunkelgrn-nen Blätter sind rauh, oft auch glatt, und werden kleiner, je mehr sie sichder Spitze des Stengels nähern. Die Wurzelblätter stehen in einem Kreise,sind gestielt und schroksagezähnig, am Kiele steifhaarig; die Stengelblätkersitzend, umfassend, lancettförmig und buchrig - gezähnt; die blüthe,Madigenherz - lancettförmig, gezähnt oder ganzrandig Die Blüthenköpfchen, mei-stens zu dreien in den Blattwinkeln, zwei gestielt, eins sitzend, bestehen andeiner Hülle, aus zwei Reihen lancettlicher Blättchen und einem spreublätlri-gen Blüthenboden mit 15 — 20 himmelblauen, zungenförmigen, anderSpitze fünfzähnigm Zwitterblümchen.
Die Cichorie blüht vom Juni bis September.
Die ganze Pflanze, besonders die Wurzel, schmeckt sehr bitter und leichtzusammenziehend. Sie enthält einen milchig-schleimigen Saft. Zum Arznei-gebrauche wird nur die wildwachsende Wurzel im März und April einge-sammelt ; sie ist kräftiger und bitterer als die von der cultivrrten Pflanze,welche milder von Geschmack, auch dicker und schleimiger ist.
Büchner (Repert. II. S. 345.) fand diese Wurzel einmal mit denWurzeln des Bilsenkrautes vermengt, äußerlich waren sie kaum zu unker-fcheiden, nur im Innern war die Verschiedenheit sehr merklich, da die ge-stern fleischig waren, beim Zerschneiden einen weißen Milchsaft lieferten,und bitter schmeckten, die inwendig holzigen Bilsenkrautwurzeln hinge-gen einen scharfen Geschmack hatten.
Wie die Cichorienwurzel in den Apotheken vorkommt, ist sie in dünne,3 — 4 Zoll lange Stücke zerschnitten, außerhalb braunrölhlich, inwendigfl ischig, weißlich, hat keinen Geruch, aber einen starken bittern Geschmack.
Nach John (chemische Tabellen der Pflauzenanalpsen S. 81 .) enthal-ten inoo Th : wäßriges bitteres Ertract 25» ; Harz 30 ; etwas Zucker nndSalmiak, Faser. Nach Planche enthalt sie auch viel Salpeter und salz-sanres und schwefelsaures Kali, wahrscheinlich aber auch Schleim. NachWalte (Buchn. Repert.XXVII. S. 263.) enthält die Wurzel Jnulini