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eiförmigen Blüthenköpfchen sind sitzend und büschelförmig an den Aesten zu-sammengehäust. In einer Hülle aus 10 — 15 ovalen, stumpfen, glatten,etwas gewölbten, dicht übereinander liegenden Schuppen, die am Randehäutig, auf dem Rücken mit gelben Drüsen besetzt sind, befinden sich z - 4Röhrenblümchen, und ein paar unentwickelte ohne Krone. Diese Blüm-chen stellen diejenige Sorte des sogenannten Wurmsaamens dar, die unterdem Namen des levantischen oder aleppischen bekannt ist. Semen Linasin granie sind die rein ausgelesenen Blümchen; der gewöhnliche ist mehroder minder rein, mit Staub, zerbrochenen Stielchen und vielen trocknenManchen, wahrscheinlich Blumenkelchblättern, vermischt. Er ist grünlich-braun oder gelbgrün, und hat einen eigenthümlichen, starken, widrig ge-würzhaften, der Aittwerwurzel sehr entfernt ähnlichen, mehr camxherarti-gen Geruch, und einen etwas kratzenden, hitzigen, gewürzhasten, jedoch wi-drigen und ziemlich bittern Geschmack. Bei dem Kauen erregt er ein Ge-fühl von Erwärmung, dem bintennach Kälte folgt, fast so wie die Pfeffer-münze. Die Körnchen werden »»eigentlich Saamen genannt, denn beim .aufmerksamen Betrachten und Oeffuen derselben unterscheidet man deutlicheinen schuppigen Kelch und Röhrenblümchen; es sind also die noch nicht auf-geblühten und mit zerschnittenen Blumenstielen vermengtensLlumen. Derlevantische Wurmsaamen wird nicht nur aus der Levante über Wien, son-dern auch in grofier Menge über Rußland bezogen.
Pros. delle Chtaje (Salzb. med. chir. Zeit. 1824 . S. Z 53 .) hatbei Untersuchung des levantischen Wurmsaamens 2 Arten aufgefunden. Dieam häufigsten darunter befindlichen Saamen sollen einer neuen Beifußartangehören, die gleichfalls strauchartig ist; die ruthenförmigen, häufigen,aufrechten, gestreiften, schwach filzigen Beste tragen abwechselnde, aufsitzende,linien - lancettförmige Blätter. Die Blüthenköpfe sind aufrecht, sitzend, dieSchuppen oval, filzig. Diese levantische Pflanze ist wohlriechend, beson-ders aber besitzen die Blüthen völlig den Geruch und Geschmack der Aitt-wersaameu.
Außer dem levantischen, aleppischen oder auch alerandrinischen Wurm-saamen (Ssmsn Linse Isvsntivum s. llslepen5e -. slexsnckrinum) kvMMtnoch eine zweite Sorte im Handel vor, nämlich der barbarische, oder afri-kanische, oder auch ostindische Wurmsaamen (Semen Linse bsrbsrieun,«.«kriesnum 8. inllieum). Dieser besteht größtentheils aus kleinen Bruch-stücken von graulich-filzigen Stielchen mit sehr kleinen und ganz unausge-bildeken Blüthenknospen. Die Mutterpflanze dieser Sorte ist wahrscheinlichnach Treviranus (Brandes's Archiv XII. S. 186.) Xrtemiri» gl°n>e-rsts, worin auch Dierbach (Geiger's Magazin. Januar 1827. S. 8 .mit einer Abbildung) beistimmt. Wackenroder (Trommsd. N. I.XIV.2. S, 3 .) unterscheidet den sogenannten ostindischen und den barbarischenAittwersaamen, und leitet ersteren v. X. glomersts, letzteren von ä. >'»-culls Oelils ab. Batka (Brandes's Archiv XIX. S. 60. u. Trommsd.N. I. XV. 2. S. lor.) nimmt aber auch nur die 2 unterschiedenen Sor-
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