Oinnabaris
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Da der untere Theil des Kolbens glüht, so kann man durch eine ge-lassene Seffnung sehr gut beobachten, wenn die Sublimation beendigt ist,indem dann auf dem Boden des Kolbens wenig oder gar nichts mehrvorhanden ist. Man kann jetzt das Glühen noch einige Zeit fortsetzen,wodurch die Rothe des Zinnobers erhöht wird. Man erhält dann einedunkelrothe, grauviolett metallisch glänzende, im Bruche krystallinischeMasse, die durch Feinreibcn hochroth wird.
Die fabrikmäßige Bereitung des Zinnobers geschieht besonders inHolland, und die Sublimation wird in großen irdenen beschlagenen Töpfenüber freiem Feuer vorgenommen. Je größer die Quantität Zinnober ist,die man auf einmal darstellt, desto schöner wird die Farbe. ES ist außer-dem nöthig, bei dieser Bereitung reines Quecksilber und reinen Schwefelanzuwenden, und den freien Schwefel abzudampfen, welcher sich sonst währendder Sublimation in den Zinnober mit einmischt und seine Farbe verdirbt.
Wenn Quecksilberchlorid (ätzender Quecksilbersublimat 1 durch einenStrom von Schwefelwasserstoffgas zersetzt wird, so erhält man einenNiederschlag von gleicher Zusammensetzung wie der Zinnober, er ist aberschwarz, voluminös, pulverförmig, und gleicht dem Ansehen nach demZinnober nicht im mindesten; bei der Sublimation giebt er jedoch Zin-nober, ganz so wie die schwarzbraune Masse, welche man durch Jusam-menschmelzung des Quecksilbers und des Schwefels erhält. Die Farbehängt hier also gänzlich von der Aggregation der Theile ab. Das Roth-werden der Verbindung hat man auch dem Verluste einer geringen Por-tion Wasserstoff zugeschrieben, und Payss« behauptet, daß der nichtganz rothe Zinnober diese Farbe annimmt, wenn er zum feinen Pulvergerieben und mit Wasser übergössen, wahrend vier Wochen an einenfeuchten Ort gestellt und unter dieser Zeit oft umgerührt wird. Die Ur-sache, daß erst bei der Sublimation die rein rothe Farbe hervortritt, kannaber auch darin liegen, daß die durch Zusammenschmelzen erhaltene Massenoch nnverbundenes Quecksilber und unverhundenen Schwefel enthält,welche höchst fein durch die Masse vertheilt ihr eine schwärzliche Farbeertheilen, und daß nur der unter Feuererscheinung erfolgenden chemischenVerbindung des Quecksilbers und des Schwefels die rothe Farbe zukomme.
Es konnte scheinen, als wäre die Sublimation eine nothwendigeBedingung zur Entstehung der rothen Farbe, man hat indessen mehrereMethoden, sie auch auf dem nassen Wege hervorzubringen. Die sicherste istnach Kirch h v ff folgende: zog Theile Quecksilber werden in einem Mörservon Porzellan mit 68 Th. Schwefel gerieben, welcher mit etwas kaustischemKali angefeuchtet ist, bis das Quecksilber geschwefelt wird. Es werden hier-auf tSoTH. in eben so viel Wasser aufgelöstes Kali zugesetzt, und die Masseunter stetem Umrühren über der Flamme einer Lampe während zwei Stun-den erhitzt, wobei das abdampfende Wasser wieder durch neues ersetzt wird.Nach Verlauf dieser Zeit wird nicht mehr Wasser zugesetzt, sondern manläßt die Masse unter fortgesetztem Reiben sich concentriren. Sie wird nun