35o
6itrus
sauer, daß drei Unzen hinreichen, um eine Drachme kohlensauresKali zu sättigen. Wenn die Vorschrift des Arztes es verlangt, somuß der Saft aus den frischen Früchten ausgepreßt werden.
Der «Zitronensaft wird aus den völlig reifen und geschälten Citronen,nach Absonderung der Kerne, ausgepreßt und abgeklärt. Er hat eine etwasschleimige Consilien;, ist aber beinahe wasserklar. Um ihn aufzubewahren,läßt man ihn durch ruhiges Hinstellen sich vollkommen aufklären, füllt ihnaufBouteillen, welche, am besten umgelegt, in einem Keller aufbewahrtwerden. Die Oberfläche des Saftes mit einem fetten Oele zu bedecken, mndadurch den Zutritt der Luft abzuhalten, ist weder nothwendig, noch em-pfehlungswerth, weil das mit der Zeit ranzig werdende Oel dem Safte ei-nen unangenehmen Geruch und Geschmack mittheilt. Das Aufkochen des Zi-tronensaftes aber ist, wie bei allen frischen Pflanzensästcn, zur bessern Con-servirung zu empfehlen; man stellt hiezu die mit dem Safte angefüllte»Flaschen in kaltes Wasser, und erhitzt dieses bis zum Sieden. Nachdemsie eine halbe Stunde darin erhalten worden, werden sie, sobald sie biszur gewöhnlichen Temperatur erkaltet sind, verstopft, und umgelegt aufbe-wahrt. Brugnatelli hat empfohlen, die schleimigen Theile durch Al-kohol zu fällen, diesen selbst aber durch Verdampfen zu verjagen; C ourat,durch Milch die trübenden Theile coaguliren zu lassen; im ersteren Fallewird aber Weingeist beigemischt bleiben, im zweiten der Saft sehr verdünntwerden. Beim Gebrauche wird die obere Haut abgenommen, und das Klarevorsichtig abgegossen. Den klaren Saft vertheilt man zweckmäßig in meh-rere kleine Gläser von 3 —6 Unzen, und zieht nun jedesmal ein solchesGläschen zum pharmaceutischen Gebrauche.
Proust fand in dem Citronensaste: Citronensäure, Bitterstoff, Gummi,Aepfelsäure und Wasser. Die Citronensäure, die von Scheele zuerst dar-gestellt worden, und die auch in vielen andern Fruchtsäften, jedoch nicht soreichlich, enthalten ist, kann auch aus dem schon mit Schimmel überzogene»Citronensaste durch folgendes Verfahren dargestellt werden. Dem ins Ko-chen gebrachten Citronensaste wird bis zur Sättigung kohlensaure Kalkerde(Kreide) zugesetzt. Ein Theil Kalkerde bleibt mit der Aepfelsäure als äpfel-saurer Kalk in der Flüssigkeit aufgelöst, die Citronensäure aber giebt mitder Kalkerde den cicronensauren Kalk als Niederschlag, welcher abgewasche»und getrocknet wird. Auf 2 Th. citronensauren Kalk nimmt man 1 Th>reine concentrirte Schwefelsäure, die mit dem zehnfachen Gewichte Was»verdünnt worden, und digerirt, wodurch die Citronensäure frei wird, dieSchwefelsäure aber mit dem Kalke den Gpps bildet. Von diesem wird die
überstehendeSäure durch Filtriren getrennt, zurSyrupsconsistenz abgebucht,
und zur Krystalliscftion hingestellt. Die Citronensäure krystallisier dann theilsin rhomboidalen Säulen, die an beiden Enden mit vierseitigen, meist abge-stumpften Pyramiden versehen sind,theils in doppelt vierseitigen an beiden Cn-