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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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351
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den abgestumpften Pyramiden, von vollkommen weißer Farbe, die an der Lustetwas verwittern. Nach T h. Martins erhält man eine fast gänzlich farbloseCitronensäure, wenn man den Citronensaft zuvor mit Eiweiß verseht, da-mit erhitzt und auf diese Weise klärt. Man erhält einen blendend weißencitronensauren Kalk, der dann eine farblose Säure giebt. Sie ist völliggeruchlos, in Wasser und Alkohol auflöslich, schmeckt stark und angenehmsauer, und giebt ein viel angenehmeres Limönadenpulver (i TH. Säure mit6 TH. Zucker und etwas Citronenöl), als die Weinsäure. Auch zur Berei-tung der Brausepulver empfiehlt sie sich vor der Weinsäure; letztere giebtmit der Magnesia ein unauflösliches, erstere dagegen ein im Wasser leichtzergehendes Salz.

Der Citronensaft ist als Gegenstand des Handels vielfachen Verfälsch-ungen unterworfen. Ein durchs Schimmeln verdorbener Citronensaft hat ei-nen bitterlichen widerlichen Geruch und Geschmack. Ein unverdorbener undnicht absichtlich mit Wasser verdünnter Saft ist gewöhnlich so stark, daß einehalbe Drachme Kali von einer Unze Saft gesättigt wird. Ist der Saft mitEssig verfälscht, so nimmt er beim Sättigen mit Kali eine braune Farbean. Noch deutlicher erkennt man diese Verfälschung, wenn aus die zurTrockne abgedampfte neutrale Verbindung concentrirte Schwefelsäure getrö-pfelt wird, wo sich dann die entweichende Essigsäure durch den Geruch deut-lich zu erkennen geben wird. Wäre Salpetersäure beigemischt gewesen, sowürde das Salz verpuffen. Salzsäure wird durch Silberauflösung (schwe-felsaures Silber wird jedoch durch frisch ausgepreßten Citronensaft schwarzund ganz anders als Hornsilber niedergeschlagen), Schwefelsäure durch sal-petersaures Bleiorpd erkannt. Weinsäure giebt sich dadurch zu erkennen,daß beim Sättigen des Saftes mit Kali Weinstein erzeugt wird. Würdeein äpfelsäureyaltender Fruchtsaft für Citronensaft ausgegeben, so würde derbeim Zusätze von Kalkerde mangelnde Niederschlag des citronensauren Kalkesdiese Verfälschung anzeigen. Saft von unreifen Trauben ist durch An-setzn und Geschmack sehr verschieden, und läßt sich nicht nur durch Verglei-chung mit ächtem Citronensafte, sondern auch durch den Gehalt anWeinstein erkennen. Doch kommt der Citronensaft wobt hiermit ver.mischt im Handel vor, so wie er auch oft eine widrige Bitterkeit durchunvorsichtiges Auspressen erlangt hat.

Der Citronensaft findet in der Medicin häufige Anwendung, zu Satu-rationen, zur Bereitung des ll.Lll eltratl, des svru ^>i Li-col Olrrl u. s. w.

* (llemstis erecta seu k'lsinnauss Oovis. Dfts Kmut.Brennkraut.

LIsmstio vrects Imnn. Eine ausdauernde Pflanze des süd-lichen Deutschlands.

Das blühende, sehr scharfe Kraut, mit gefiederten Blättern,nicht klimmenden Blattstielen, fast herzförmigen, dreirippigen.