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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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356
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556 Ooccionell»

eine bräunliche Farbe besitzt? und nur an einigen Stellen farblos ist. Dichist das Gerippe des Jnsects.

Der ausgeschiedene Farbestoff, C a r m i n i u m, nach I o h n Carmmstoff,ist (Gmelin's Handb. d. Ch. 2te Anst. S. izos.) purpurroth, fein krystal-linisch, körnig und lustbeständig; schmilzt ungefähr bei 50° C., liefert l«höherer Temperatur kein Ammoniak, auch beim Glühen mit KupfervOkeine Spur von Stickgas. Durch Chlor wird er schnell, durch Jod lang-samer gelb. Er löst sich leicht in Wasser; die carminrothe Lösung giebtbeim Abdampfen einen Syrup, aber keine Krystalle. Säuren ändern dieFarbe in Gelb um; Weinstein und Sauerkleesalz bewirken scharlachrot^Färbung, die leicht löslichen Alkalien aber eine violette, welche Färbungaber schon mit einer schwachen Zersetzung verknüpft ist. Die Alaunerdesch,selbst die säuerlichen, färben die wäßrige Lösung carmoisinroth, besondersin der Hitze ohne alle Fällung. Salzsaures Zinnorydul wird scharlachrot-gefärbt ohne Fällung; fügt man Alauuerdehydrat hinzu, so entsteht«!! schönrother Lack, der beim Erhitzen nicht carmoisinroth wird.

Auf diese Eigenschaften gründet sich die Bereitung des Cärmius, einerder feinsten Lackfarben von glänzendem Hochroth. Zu Z4 Maß in ti-ncm kupfernen wvhlverzinnten Kessel befindlichen siedenden Wassers setztmaeine Unze fern geriebene Cochenille (Einige setzen noch ein Quentchen fein-geriebene Weinsteinkrystalle zu, John nimmt gleich auf 2 Unzen Cochenilleiz Quentchen Ainnsolution und ein Quentchen Natron hinzu), und läßthöchstens 8 Minutxn sieden, worauf man zwei Scrupel reinen gepulvertenrömischen Alaun (nach Johns hinzustreut, wovon die Tinctur sogleich eintangenehme Nöthe erhält. Nach einigen Minuten Aufwallen laßt man eineStunde hindurch das Cochenillpulver sich gänzlich zu Boden setzen, gießtdann bei der behutsamsten Neigung des Kessels, damit das Pulver nichtaufgerührt werde, das rothe Decoct durch zartes Neffeituch, und verwahrtselbiges in großen und wohlbedeckten Zuckergläsern oder Porzellanschalen.Nach drei Tagen hat sich der Carmin abgesetzt, welcher sorgfältig lindvorsichtig von der Flüssigkeit durch weißes Druckpapier geschieden, mit war-mem Wasser gut ausgesüßt, und dann getrocknet wird. Aus der Flüssigkeitkaun durch Zinuauflösung noch mehr Carmin niedergeschlagen werden, deraber hiustchts der Schönheit und Dauer dem vorigen nachsteht. Aus betrückständigen Cochenille kann durch nochmaliges Kochen mit Uussngereinigter Pottasche, und nach dem Durchseihen, durch Ansatz von 5 Un-zen in reinem Wasser aufgelösten Alaun der florentiner Lack rtt-x-ca boren-tins) bereiter werden. Das Kali verbindet sich nämlich mit der Schwe-felsäure des Alauns, und die Alaunerde fällt in Verbindung mit dem Far-bestoffe nieder.

Durch Eintauchen feine:!. Leinwandlappen in die wäßrige Abkochung derCochenille erhält man die rothenSchminkläppchen, Tournesol, Lere!» rubrs.

Die Cochenille enthält nach Pelletier und Caventou Fett, awsfettem Oele, Talg und einer riechenden flüchtigen Säure (der BütterMS