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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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410
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Der Stengel ist strauchartig, vom Grunde an ästig. Das Holz istblast, leicht, mit einer dünnen grauen Rinde bekleidet, und von widrigscharfem Geschmacke. Die Blätter stehen abwechselnd an den jünger»Zweigen, sind gestielt, eiförmig oder kaum herzförmig, lang zugespitzt,sägeartig gezähnt, bis 5 Zoll lang und sz Zoll breit, und am Grundemit L Drüsen beseht. Die kleinen unansehnlichen weißlichen oder gelb-lichen Blüthen bilden eine aufrechte, 2 — z Zoll lange Traube an derSpitze, und zwar nehmen die weiblichen Blüthen den größten untern,die männlichen den kleinern obern Theil der Traube ein. Die Saamen-kapseln sind dreifächrig, lederartig, eirund mit sehr dünnen hautartigenScheidewänden/, sie enthalten in jedem Fache einen länglich - eiförmigen,stumpf-vierkantigen, auf der einen Seite flachen, auf der andern conve-ren, nicht ganz haselnußgroßen, glatten, schwärzlichen oder bräuulichgel-ben, mit einer dünnen zerbrechlichen Schale, und unter dieser mit einerweißlichen Epidermis bekleideten Saamen, welcher, wenn er gekaut wird,^anfangs einen milden öligen, oder falls er schon lange gelegen hat, einenetwas ranzigen, bald aber einen sehr scharfen Geschmack erregt, der nachund nach in ein sehr heftiges, lange anhaltendes, den ganzen Mund unddie Nachenhöhle einnehmendes Brennen und Zusammenziehen übergeht.

Alle Theile dieser Pflanze sind sehr scharf, und besitzen purgirendeEigenschaften. Der Stamm und die Zweige schwitzen, wenn man sieabschneidet, einen scharfen milchigen Saft aus, welcher sich an der Lustverdickt und färbt; eine Eigenschaft, die sich fast bei allen Euphorbiaceenfindet. Das Holz (llgnum moluccenrei kommt auch unter dem Na-men Panara, Pawana, Panava vor; der Geschmack desselben ist reizend,der Geruch unangenehm. In kleiner Gabe eingenommen ist es schweiß-treibend, in größerer Brechen und Purgiren erregend. Auch die Blat-ter sind mach Murray in solchem Grade reizend, daß sie eine entzün-dungsartige Geschwulst vom Munde bis zum Ausgange des Mastdarweshervorbringen. Vor allen heftig wirken.aber die Saamen. 12 —15 Stückderselben bringen bei einem Pferde von gewöhnlicher Größe so heftigesPurgiren hervor, daß das Thier bisweilen erliegt. Die Jndier habendie Gewohnheit, die Saamen, um ihre Schärfe zu mildern, zu rösten;sie entschälen die Körner, zerquetschen sie, und pressen das Oel aus.

Die Saamen, Purgirkörner (Qrsns l-glü VMü), wurden voretwa 2vo Jahren, als in der Wassersucht und bei Verderbniß der Säfteheilsam, zuerst von den-Holländern nach Europa gebracht; aber derNachtheile wegen, welche mit ihrer unvorsichtigen oder unzeitigen An-wendung.verbunden sind, hat man ihre Anwendung allgemein aufgegeben.

Nach einer Zerlegung des Dr. N immo (Träfe und Walther I. f. d.Chirurg. IV. S. 186.; Buchn. Repert. XV. S. 254.) bestehen die Pur-girkörner aus 56 Tb. Häute und 64 Th. innern Kerns. Die Häute, welcheman als vorzugsweise mit'den scharfen Eigenschaften begabt ansah, gaben,als man sie eine hinlängliche Zeit mit starkem Weingeiste in die Wärme