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Es enthält nach Thönard doppelt so viel Sauerstoff als das Oryd. Esist noch als problematisch anzusehen.
Das Kupfer verbindet sich aber nicht nur mit dem Sauerstoffe,sondern auch mit vielen andern einfachen Stoffen, als mit dem Chlor,Jod, dem Phosphor, dem Schwefel und den meisten Metallen. DieVerbindung mit dem Chlor erfolgt flammend, wenn man nämlich Ku-pferfeilspäne in Cblorgas hineintragt. Von den Legirungen des Kupfersmit andern Metallen sind viele in der Oekonomie und den Künsten vonder größten Wichtigkeit. Wird Zinn mit Kupfer zusammengeschmolzen,so entsteht die unter dem Namen Bronze bekannte Zusammensetzung.
Die specifische Schwere der zusammengeschmolzenen Masse ist immergrößer, als man der Berechnung der Quantitäten und der specifischenGewichte ihrer Bestandtheile nach annehmen müßte. Die zur Benutzunggebräuchlichen harten, klingenden und dauerhaften Composilionen ausKupfer und andern Metallen (vergl. Lincum) werden gewöhnlich nichtvon Kupfer und Zinn allein gemacht, sondern erhalten noch andere Zu-sätze, nämlich Blei, Zink oder Arsen. Mit dem Arsen bildet das Ku-pfer eine weiße spröde Composition, die unter dem Namen Tom back(Weißkupfer) bekannt ist; mit dem Zinke das Messing, welches noch nachden Verhältnissen der beiden Bestandtheile verschiedene andere Namen führt'
Das Kupfer ist sehr geneigt, im vrydirten Zustande mit allen SäurenVerbindungen einzugehen, und die Kupfersalze zu bilden, welche sonstsa-ler Venei-is genannt wurden, denn Venur war der mythologische Name desKupfers. Diese Salze zeichnen sich im Allgemeinen durch folgende Eigen-schaften aus : ») sie sind meistens auflöslich in Wasser, und ihre Auflö-sungen haben eine grüne oder blaue Farbe, oder erlangen erst an der Lufteine dieser Farben; b) setzt man diesen Auflösungen Ammoniak im Ueber-schusse zu, so nehmen sie eine dunkelbraune Farbe an; o) das Cyaneisen- >kalium schlägt die Kupfcrsalze röthlich braun nieder; ä) Gallussäure giebt !einen braunen Niederschlag; o) Schwefelwasserstoffgas und Schwefelwasser-stsffkali erzeugen einen braunen Niederschlag; O senkt man eine Eiseuplaitein die Knpfersalzauflvsungen, so schlägt sie metallisches Kupfer nieder, undzwar sehr rasch, wenn ein Ueberschuß an Sänren vorhanden ist; g) Chlor-kupfer ertheilt der Flamme des Löthrohrs eine schön blaue ins Purpurnesich ziehende Farbe; st) mit Soda auf Kohle vor dem Löthrohr geschmol-zen bleibt metallisches Kupfer auf der Kohle.
Diese Eigenschaften der Kupfersalze werden die Gegenwart des Kupfersin einer verdächtigen Substanz leicht erkennen lassen, welches Verfahrendadurch noch genauer gemacht wird, daß man die verdächtige Substanz ein-äschert, und die gewonnene Asche theils mit Ammoniak, theils mit Säure(Salzsäure oder Salpetersäure) digerirt, wo dann die blaue Färbung desAetzammoniaks und das Verhalten der gewonnenen Kupferauflösung gegendie angegebenen Reagentien die Gegenwart des Kupfers mit Gewißheit dar-tbun werden. Das Kupfer gehört nämlich, wie bekannt, zu den dem