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1 (1833) Einfache Mittel / übersetzt und erläutert von Friedr. Phil. Dulk
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430
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*O!vtsmnus. Die Wurzel. Weiße Diptamwurzel.

Oictsmnus slbus l.irm. Weißer Diptam.

Abbild. Düffeld. Samml. offic. Pflnz. Lief. IH. Taf. s.

Hayne Arzn. Gew. Bd. VI. Taf. 7.rexusl. 61. X. Orä. 1. Oecsnckriel lVIonog^nia,

Oril. nstursl. Kutsceae, Drib. Oiormese,

Diese schöne ausdauernde Pflanze wächst in den Wäldern und ber-gigen Gegenden des mittägigen Europas, in Italien, Frankreich, derSchweiz, im südlichen Deutschland, und wird auch häufig in Gärtenzur Zierde gezogen. Sie verbreitet einen starken durchdringenden, derCitrone ähnlichen, jedoch nicht so angenehmen Geruch, welcher von demin den unzähligen über alle Theile der Pflanze verbreiteten Drüsenoder Bläschen enthaltenen flüchtigen Oele herrührt. Sie ist daher auch,vorzüglich in den südlicheren Ländern, bei heitern warmen Tagen miteinem ätherischen brennbaren Dunste umgeben, der sich entzündet, sobaldman ein brennendes Papier in die Nähe der Pflanze bringt, und als-dann besonders in stillen dunkeln Sommernächten eine große lichte Flam-me bildet, die aber keineswcges die Pflanze beschädigt. Die Wurzel istweiß, dick und ästig; der Stengel aufrecht, rund, nicht ästig, 2—z Fußund drüber hoch, röthlich, gestreift, rauh und drüsig. Die abwechselndenBlätter sind ungepaart-gefiedert, den Eschenblättern ähnlich (daher diePflanze auch kraxineU« heißt); die Blättchen gegenüberstehend, eiför-mig, dunkelgrün, glänzend, hin und wieder mit durchsichtigen Punktenbezeichnet. Die wohlriechenden Blumen sind blaßroth, dunkel oder pur.purrorh gestreift, oder ganz weiß, und bilden eine schöne große zusam-mengesetzte Traube am Ende des Stengels. Der Kelch ist fünfblättrigund schwarzröthlich; die große Blumenkrone öffnet sich unregelmäßigund ist fünfblättrig. Die zehn Staubfäden sind pfriemenförmig, nie-dergebeugt, so lang als die Blumenkrone, und mit vierseitigen Staub-beuteln versehen. Die Frucht hat fünf zusammengedrückte, zweispWe,zweiklappige, am Grunde untereinander verwachsene, am innern Randsaufspringende Kapseln mit r umgekehrt-eiförmigen Saamen.

Die Blüthczeit ist Juni und Juli.

Die frische Wurzel, welche im April und Mai eingesammelt wird,ist länglich, flngersdick, saftig, fleischig, weiß, in der Mitte holzig, voneinem bittern scharfen, gewürzhaften Geschmacke, und einem starken,widrigen, bocksartigen Gerüche, welche aber beide durchs Trocknen fastgänzlich verloren gehen. In den Apotheken wird bloß die von ihremmittleren, holzigen, unwirksamen Theile befreite, liniendicke, sich vonselbst in fingerslange und bisweilen auch fingersdicke röhrenförmigeStücke aufrollende Rinde der Wurzel aufbewahrt. Je dünner dieselbe ist,desto wirksamer soll sie seyn. Sie muß nicht zu alt und wurmstichig seyn.

Der Aufguß ist bitter, und wird von schwefelsaurem Eisen nichtverändert.