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schon von der äußern Rinde befreit, und heißt daher geschältes Lakrizen-hvlz. Die Stücke sind nicht sehr lang, bald mehr bald weniger dick,knotig und von hellgelber Farbe; die dickern Stücke sind auch wohl ge-spalten. Das zweite besteht aus langen Wurzelstücken, die fingersdick,biegsam, faserig, noch mit der graubraunen Rinde bedeckt und inwendiggelb sind. Auf dem Querdurchschnitte ist es ftrahlig gestreift und vonSaftröhrchen allenthalben punktirt, und zeigt einen markigen Mittelpunkt.
Der Geschmack des Lakrizenholzes ist süß, hintennach etwas ins Bit-tere übergehend.
Der wäßrige Aufguß ist gelblich, schmeckt angenehm süß, ohne merk-lich bittern oder kratzenden Nachgeschmack; ein zweiter Aufguß derselbenWurzel ist dunkler und weniger angenehm; was zuletzt ausgelaugt wird,hat kaum noch einen süßen, sondern mehr scharfen Geschmack.
Robiquet (Trommsd. I. XIX. i. S. 271.) hat aus der Süß-hvlzwurzel den süßen Bestandtheil ausgeschieden, ihn als einen eigen-thümlichen erkannt und Glycien (besser Glycyrrhizin) genannt. Manerhält denselben nach Berzelius (Lehrb. der Chem. III. S. 357.)aus der Wurzel durch Ausziehen mit kochendheißem Wasser, und Ab-dampfen der Flüssigkeit bei sehr gelinder Warme bis zu einem geringe-ren Volum und Vermischen mit Schwefelsäure, welche einen weißenNiederschlag bewirkt, der den Süßholzzucker nebst einer aus der Wurzelausgezogenen Portion Eiweiß enthält. Der Niederschlag wird mit Was-ser gewaschen, welches freie Schwefelsäure enthält, und hierauf mit et-was reinem Wasser, worauf man ihn in Alkohol auflöst, welcher dasEiweiß zurückläßt. Au der Auflösung setzt man tropfenweise eine Auflö-sung von kohlensaurem Kali, bis die Flüssigkeit nicht mehr bemerklichsauer reagirt, worauf man siltrirt und abdampft. Der Aucker bleibtdann in Gestalt einer gelben durchscheinenden, gesprungenen, vom Ge-säße leicht ablösbaren Masse zurück. Auch aus dem Lakrizensaste kauner gewonnen werden, ist dann aber gefärbter.
Der Süßholzzucker aus der Wurzel ist eine gelbe durchscheinendeMasse, die als gröbliches Pulver mit gepulvertem Bernstein Aehnlichkeithat, welche den der Wurzel eigenthümlichen, erst im Schlunde bemerk-baren, intensiv süßen Geschmack hat, und welche sowohl in Alkohol als inWasser leicht auflöslich ist. In offener Lust erhitzt bläht er sich wieBorar auf, entzündet sich und brennt mit klarer Flamme und vielemRauche. Pulver davon in die Lichtflamme geblasen, brennt mit dersel-ben Lebhaftigkeit, wie l^aopockinm, aber mit weißerem Feuer.
Der ausgezeichnetste Charakter des Süßholzzuckers ist seine große Ver-wandtschaft sowohl zn Säuren, als zu Salzbasen und mehreren Salzen.
Mit Säuren bildet er in Wasser schwerlösliche Verbindungen, die,
wenn das Wasser freie Säure enthält, fast ganz unauflöslich sind. Ausverdünnten Auflösungen schlagen sie sich erst nach einiger Aeit nieder. Siewerden sowohl mit organischen, als mit unorganischen Säuren gebildet.