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sie endlich in scheidend Deckblätter übergehen. Die Blumen sind polvga-misch und stehen am Ende des Stengels in zusammengesetzten Rispentran-ben; die einzelnen Trauben sind von Deckblättern unterstützt; die einzelnenBlumen, welchegnännlich, weiblich oder zwitterlich sind, von an der Spitzebräunlichen Deckblättchen. Die Geschlechtshülle (?eri»nRium) sechsblättrig,dies äußern kürzer, stumpfer, gelblichweiß mit grünen Adern (in der Va-rietät ü virichitlorum sV. s-obelisnuin üernlisj gelblichgrün). Frucht: 5längliche, am Grunde verwachsene, häutige Kapseln, an der Spitze mitdem nach außen gekrümmten Griffel gekrönt, am innern Rande aufsprin-gend. Die länglichen rothbraunen, von einem zeitigen großen zugespitzte»Saamenmantel (ebrillus) umgebenen Saamen sind am innern Winkel derKapsel angeheftet.
Der von den Wurzclfasern befreite Wurzelstock beider Pflanzen istals weiße Nieswurz vfficinell. Sie ist eine unförmliche, einigermaßenkonisch abgestumpfte, knotige, dicke Wurzel von 2 —z Zoll Länge,
1 Zoll Dicke, fest, schwer, holzig, außen runzlich, gleichsam warzig,schwärzlichbraun, innen weiß. Die Wurzel bat getrocknet keinen Geruch,aber einen höchst scharfen, brennenden und bitterlichen Geschmack, nochlange eine Empfindung von Trockenheit im Munde zurücklassend. ArStaub reizt aufs heftigste zum Niesen, man muß sich also vor demselbenbeim Pulverisiren der Wurzel zu bewahren suchen.
Pelletier und Caventou (TromMsd. N. I. V. 2. S- sr.)zerlegten die weiße Nieswurzel, nach demselben Verfahren, welches siebei der Untersuchung des Sabadilliaamens anwandten, wie dort näherangegeben werden soll. Nach ihrer Analyse enthalt diese Wnrzcj: einefette Materie, durch Aether ausgezogen, zusammengesetzt aus Elam,Stearin und einer flüchtigen Säure, welche wenig verschieden ist von deraus dem festen Sabadillöle erhaltenen, die jedoch nickt krystallinisch konntedargestellt werden; saures galläpfelsaures Veratrin und gelben Farbestoff,beide durch Alkohol ausgezogen; Gummi, durch kaltes , Stärkemehl,durch heißes Wasser ausgezogen, worauf eine große Masse holziger Theilezurückblieb. Die Asche war zusammengesetzt aus kohlens. und PhosphorsKalke, kohlens. Kali, Kieselerde und schwefelst Kalke.
Von dem Veratrin oder Sabadillin, als einem eigenthümlichemAlkaloid, wird bei 8->I,Aüi!ls die Rede seyn.
Pfasf (Syst. d. lVI»t. meü. VII. S. 2Z0.) suchte das Veratrin aufdieselbe Weise, wie das Chinin, zu gewinnen, dadurch, daß er die Wurzelmit verdünnter Schwefelsäure digerirte, mit gebranntem Kalke niederschlugund den Niederschlag auszog. Es wurde eine ziemliche Menge einer gelblich-weißen, getrocknet pulverigen Substanz erhalten, die aber durchaus keinealkalischen Eigenschaften zeigte, auch keinen Geschmack hatte, und unter al-len Substanzen dem Wachse am nächsten kam, sich aber von demselbendurch ihre leichte Auflöslichkeit in warmem Alkohol unterschied, aus welchemsie beim Erkalten, so wie bei der Amnischung von nur sehr wenigem Was-